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Paul von Hindenburg

Er ist eine streitbare Figur in der deutschen Geschichte - Paul von Hindenburg. Im Ersten Weltkrieg als Kriegsheld verehrt, ebnet er am Ende als Reichspräsident der Weimarer Republik Adolf Hitler und den Nationalsozialisten den Weg.

Zur Welt kommt Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg am 2. Oktober 1847 in Posen. Das liegt heute in Polen, damals gehört es zu Preußen. Sein Vater ist Gutsbesitzer und Offizier. Da scheint es logisch, dass auch Sohn Paul eine militärische Laufbahn einschlägt, das tut er mit Erfolg. 1877 wird er in den Großen Generalstab versetzt und steigt danach noch weiter auf.

1911 verabschiedet sich Hindenburg in den Ruhestand, doch dann bricht 1914 der Erste Weltkrieg aus. Hindenburg sorgt für seine Reaktivierung. Seine Soldaten können im August 1914 in der „Schlacht von Tannenberg“ zahlenmäßig überlegene Russische Soldaten besiegen.

Sein Erfolg an der Ostfront macht Hindenburg zum Nationalhelden. 1916 übernimmt er mit Erich Ludendorff die OHL, die Oberste Heeresleitung, welche das Kriegsgeschehen aus deutscher Sicht bestimmt.

Der Erste Weltkrieg hat die Bevölkerung zermürbt, eine Niederlage ist unausweichlich und es kommt zur Revolution.

Paul von Hindenburg  © Bayerische Staatsbibliothek
Paul von Hindenburg © Bayerische Staatsbibliothek

Am 11. November 1918 wird ein Waffenstillstand unterzeichnet. Bald nach dem Ersten Weltkrieg geistert der Begriff „Dolchstoßlegende“ durch Deutschland.

Erfunden hat Hindenburg die Legende nicht aber er nutzt sie aus, um sich und seine Rolle bei der OHL in ein positives Licht zu rücken. 1919 geht Hindenburg wieder in den Ruhestand.

Die Weimarer Republik steckt 1918 noch in den Kinderschuhen und ist kein Selbstläufer. Als 1925 ein neuer Reichspräsident gewählt werden muss, bekommt kein Kandidat die absolute Mehrheit.

Also wird der 77-jährige Paul von Hindenburg ins Spiel gebracht - von Parteien aus dem Rechten Lager. Im Zweiten Anlauf wird er gewählt. Mit seinem Führungsstil macht Hindenburg sich nicht nur Freunde. Die politischen Fronten verhärten sich.

Die Krisen der Zeit führen zu einer Radikalisierung in der Gesellschaft- Hitler und die NSDAP bekommen immer mehr Zulauf. An der Krise der Weimarer Republik ist auch Paul von Hindenburg mit Schuld, wenn auch nicht allein. Aber sein Regierungsstil untergräbt die Demokratie:

Mit Hilfe der Notverordnung setzt Hindenburg Gesetzesvorschläge der Regierung durch, die im Parlament keine Mehrheit finden. 1932 wird Hindenburg von allen demokratischen Parteien wieder zum Reichspräsident gewählt aber Hitlers Machtanspruch wird drängender. So bietet er Hitler am 21. November das Amt als Reichskanzler an. Sargnagel für die Weimarer Republik ist dann der 30. Januar 1933: Da ernennt Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler.

Hindenburg verfolgt bis zum Schluss das Ziel „Die Einheit der deutschen Nation“ wiederherzustellen, die mit dem Ersten Weltkrieg verloren gegangen ist.

Die dramatischen Folgen seines Handelns, bekommt Paul von Hindenburg nicht mehr mit. 1934 stirbt er am 2. August auf seinem Gut in Ostpreußen- im heutigen Polen. Beigesetzt wird er im Denkmal der Schlacht bei Tannenberg.

Kurz vor Kriegsende werden die Überreste von Hindenburg und seiner Frau abtransportiert. Über Umwege gelangen sie schließlich nach Marburg und sind dort bis heute.

Charismatischer Herrscher

Hindenburg bringt alles mit, was es für eine nationale Symbolfigur im Ersten Weltkrieg braucht: Sein Privatleben ist vorbildlich, er gilt als moralische einwandfrei, gebildet und kultiviert.

So mausert sich Hindenburg zu einem sogenannten „charismatischen Herrscher“ -das bedeutet: dass er Macht und Einfluss dank seiner Ausstrahlung hat, ohne in ein politisches Amt gewählt zu sein.

Die Menschen, egal welcher Herkunft, vertrauen ihm; mehr übrigens, als dem amtierenden Herrscher Kaiser Wilhelm II..

Paul von Hindenburg © Bayerische Staatsbibliothek
Paul von Hindenburg © Bayerische Staatsbibliothek

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