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Faces


Zeichnung von Otto I. König von Griechenland

Otto I.

Plötzlich König! Prinz Otto, Sohn von Ludwig I., wird mit nur 16 Jahren im Mai 1832 überraschend König von Griechenland. Weil er noch minderjährig ist, nimmt sein Vater die Wahl führ ihn an. Athen statt München heißt es auf einmal für den jungen Wittelsbacher. Der erreicht sein neues Reich im Februar 1833. Otto verliebt sich in Land, Leute und Kultur und spricht schnell fließend Griechisch. In seiner Amtszeit entstehen in Athen berühmte Gebäude wie das Residenzschloss, heute griechisches Parlamentsgebäude, oder die Universität. Das finden die Griechen gut, seine Politik gefällt dem Volk aber nicht.

Otto hat, wie viele europäische Fürsten damals, einen Hang zum Absolutismus und zu Ideen der Restauration. Außerdem will er nicht zur griechisch-orthodoxen Kirche konvertieren. Den gläubigen Griechen missfällt das ganz besonders. 1862 wird Otto gestürzt und muss zurück nach Bayern. Dort stirbt Otto 1867 in Bamberg.

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Zeichnung von Königin Elisabeth von Belgien

Elisabeth Gabriele

10. Mai 1940: An diesem Tag fallen deutsche Truppen in Belgien ein. Königin Elisabeth von Belgien kümmert sich um Lazarette an der belgischen Küste. Die belgische Königsfamilie steht unter strenger Beobachtung der Nazis. Doch Elisabeth ist Deutsche und sie weiß, wie sie mit den Besatzern umgehen muss. Sie ist strikte Gegnerin des Nationalsozialismus! Elisabeth weiß aber, dass sie ihre Abstammung und Position dazu nutzen kann, um Menschen in Not zu helfen. Sie riskiert viel - aber das hat die Königin mit bayerischen Wurzeln noch nie abgeschreckt. Elisabeth kommt am 25. Juli 1876 in Possenhofen zur Welt. Benannt ist sie nach Kaiserin Sisi, ihrer Tante. Früh lernt sie, Verantwortung für Arme und Schwache zu übernehmen. 1897 lernt sie in Paris ihren zukünftigen Ehemann Albert kennen. Der wird 1909 belgischer König und Elisabeth Königin. Die Belgier sind begeistert: Albert gilt als liberal und Elisabeth füllt ihre Rolle als Mutter der Nation aus, in dem sie offen ist, für die Sorgen und Bedürfnisse des belgischen Volkes. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Elisabeth packt selber mit an und organisiert die medizinische Versorgung. In dieser Zeit entsteht der Mythos der "königlichen Krankenschwester“. Nach dem ersten Weltkrieg absolvieren die belgischen Royals Staatsbesuche im Ausland.

Auf ihren Reisen trifft sie die Genies der Zeit, wie Albert Einstein oder Marie Curie. 1923 ist sie dabei, als das Grab von Tutanchamun freigelegt wird. Es läuft gut für die belgischen Royals. Doch dann treffen sie harte Schicksalsschläge: 1934 kommt ihre große Liebe König Albert kommt ums Leben, 1935 ihre Schwiegertochter Astrid. Ihr Sohn Leopold III. ist inzwischen König und Elisabeth übernimmt für ihr Volk die Rolle der Königin und für ihre Enkel die der Mutter. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und Elisabeth bekämpft die Nazis auf ihre Weise: Mit Menschlichkeit. Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 wird Elisabeth zu einer Symbolfigur. Ihre späten Jahre verbringt sie mit Reisen: Sie trifft Mao Tse-Tung in China, Papst Johannes XXIII. im Vatikan oder Chruschtschow in Moskau.

Fit hält sich Elisabeth mit Yoga, Spaziergängen und Eisbaden. – Ja, die Trends von heute sind gar nicht so neu. Doch irgendwann sind auch ihre Kräfte erschöpft. Am 23. November 1965 stirbt die ehemalige Königin im Alter von 89 Jahren in Brüssel. Viele tausend Menschen nehmen Abschied von Elisabeth Gabriele in Bayern, einer außergewöhnlichen Frau, die einen eindrucksvollen Fußabdruck in der Geschichte hinterlassen hat.

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Zeichnung von Immanuel Kant

Immanuel Kant

„ Sapere Aude - habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Das ist die vermutlich bekannteste Aussage des deutschen Philosophen Immanuel Kant. Zugeflogen ist dem Urheber diese Erkenntnis nicht. Sie ist das Ergebnis zahlreicher Gedankenexperimente. Kant wird mit seinen Ideen das Selbstverständnis der Menschen verändern, damit macht er sich unter Zeitgenossen nicht nur Freunde. Geboren wird er am 22. April 1724 im preußischen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad in Russland, das damals zu Preußen gehört. Seine Eltern sind zwar beide Handwerker, doch vor allem seiner Mutter ist Bildung extrem wichtig. Später sagt er über seine Mutter „[Sie] pflanzte und nährte den ersten Keim des Guten in mir“. Bevor das „Gute in ihm“ große philosophische Werke verfassen kann, geht es erstmal zur Schule und wenig später zur Universität. Da ist Kant gerade einmal 16 Jahre alt. Er interessiert sich schon früh für Naturwissenschaften und Philosophie, das wird auch in seinen Werken deutlich. Das wichtigste unter ihnen ist die „Kritik der reinen Vernunft“. Hier beschreibt der Philosoph seine berühmte Erkenntnistheorie. Kant ist einer der Ersten, der die Forderung stellt, dass jeder für seine Handlungen auch selbst Verantwortung übernehmen soll. Er ist ein großer Verfechter des freien Denkens. Nicht alle Zeitgenossen können sich für Kants Theorien begeistern. Die katholische Kirche ist wenig begeistert von Kants Theorien und der geistigen Eigenständigkeit ihrer Schäfchen. Gute Katholiken sollen Kant nicht lesen und wer es doch heimlich tut, der soll seine Sünde beichten." Diese Haltung hat die katholische Kirche heute natürlich nicht mehr. Doch es sollte ein Jahrhundert dauern, bis Kant unter Katholiken aus dem Giftschrank geholt werden durfte.. Die Ideen Kants sind -ob mit Segen der katholischen Kirche oder ohne -in der Welt und so setzt bei der Bevölkerung ein Umdenken ein. Die Denkweisen von Kant verändern die Philosophie und die Welt. Immer mehr Menschen haben Spaß daran, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen und wollen sich immer weniger vorschreiben lassen. Immanuel Kant zählt damit zu den wichtigsten und prägendsten Persönlichkeiten der Aufklärung! Doch auch seine Lebensenergie ist endlich. Mit fast 80 Jahren stirbt Immanuel Kant im Jahr 1804 in Königsberg. Seine Heimatstadt ehrt ihn mit einem riesigen Grabmal an Außenseite des Domes. Aber auch die Welt wird Immanuel Kant nicht vergessen und in Ehren halten- bis heute: Kant ist einer der Philosophen, der am Meisten zitiert wird.

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Zeichnung von König Ludwig I. von Bayern

Ludwig I.

20. März 1848: Ludwig I. (1786-1868) dankt zugunsten seines Sohnes Maximilian II. ab. Seine Affäre mit Lola Montez kostet ihn die Krone. Bis dahin war es für den König eigentlich ganz gut gelaufen. Am 25. August 1786 kommt Ludwig in Straßburg auf die Welt. Kindheit und Jugend sind unruhig: In Europa toben die Französische Revolution und die Koalitionskriege. Die Familie muss mehr als einmal fliehen. Auf der Flucht stirbt Ludwigs Mutter mit nur 31 Jahren. Sein Vater wird 1799 Kurfürst und 1806 König von Bayern. Ab da ist Ludwig Kronprinz und bekommt eine gute Ausbildung. Jetzt braucht er die passende Frau. Adelige zitterten damals davor, von Napoleon in eine politische Ehe gedrängt zu werden. Ludwig will das verhindern und entscheidet sich für Therese von Sachsen-Hildburghausen.

Dank der Hochzeit feiern wir heute noch das Oktoberfest. Denkmalschutz ist ihm wichtig und so sorgt er dafür, dass heute noch in vielen Städten in Bayern alte Bausubstanz erhalten ist. Außerdem baut er selber gerne! München ist voll mit Gebäuden, die Ludwig errichten lässt. Auch die Walhalla bei Regensburg und die Befreiungshalle in Kelheim hat er in Auftrag gegeben. Nach seinem Rücktritt lebt Ludwig I. als Privatmann noch zwei Jahrzehnte und fördert Kunst und Kultur. Einen Großteil seiner Sammlung schenkt er Bayern. Am 29. Februar 1868 stirbt er in einer Villa in Nizza im Alter von 81 Jahren. 

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Schwarzweiß Fotographie von Autor Erich Kästner

Erich Kästner

Seine Bücher kennt man: Erich Kästner (1899-1974) wird am 23. Februar 1899 in Dresden geboren. Später studiert er in Leipzig und verdient nebenbei Geld als Journalist. Danach geht er nach Berlin, und bis zum Ende der Weimarer Republik 1933 hat er sich schon einen Namen als Autor und Intellektueller gemacht. In dieser Zeit erscheinen auch Emil und die Detektive, Das Fliegende Klassenzimmer sowie Pünktchen und Anton. Mit Machtübernahme der Nazis wird die Luft für Kästner dünn. Im Gegensatz zu anderen Regimekritikern emigriert Kästner nicht. Er wird von der Gestapo verhört, einige seiner Bücher werden verbrannt. 1943 erhält er Publikationsverbot im In- und Ausland.

Was er erlebt, hält er in Tagebüchern fest, die er nach dem Krieg veröffentlicht. 1945 zieht Erich Kästner nach München. Dort erhält er 1956 den Förderpreis Literatur der Stadt. Nach dem Krieg engagiert sich Kästner früh für Umweltschutz und warnt vor der Gefahr von Atomkraft. Er ist Redner bei den Ostermärschen und tritt als Gegner des Vietnamkrieges auf. In den 1960ern erkrankt Kästner schwer und stirbt 1974 in seiner Wahlheimat München.

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Zeichnung von Marie Sophie Amalie Königin beider Sizilien

Marie Sophie

Marie Sophie Amalie (1841-1925) wird als bayerische Prinzessin am 4. Oktober 1841 in Possenhofen geboren. Sie ist die Schwester von Kaiserin Sisi. 1859, mit nur 17 Jahren, wird Marie verheiratet: Ihr zukünftiger Ehemann heißt Franz II. und ist König beider Sizilien. Zu diesem Zeitpunkt wüten in Italien revolutionäre Kräfte. 1860 fällt Neapel in die Hände von Revolutionären. Marie und Franz fliehen in die Festung Gaeta. Franz will abdanken und ins Exil, doch Marie will nicht aufgeben. Sie organisiert Vorräte und die Versorgung der Verwundeten. Sie motiviert die Truppen und am Ende steht Marie selbst mit einem Gewehr bewaffnet auf den Zinnen der Festung, um bei der Verteidigung zu helfen.

1861 ist die Kapitulation dann nicht mehr zu vermeiden. Marie und Franz dürfen trotzdem ihre Würde bewahren, auch, weil der Mut der erst 19-jährigen Marie die Revolutionäre beeindruckt. Europas Adelshäuser schwärmen von der jungen Frau. Noch Jahre später werden Gedichte über sie – die Heldin von Gaeta – verfasst. Danach lebt sie weitestgehend unabhängig, aber nicht unumstritten in verschiedenen Teilen Europas. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Marie nach München zurück, wo sie 1925 stirbt.

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Foto von jungen Franz Beckenbauer im Trikot des FC Bayern München

Franz Beckenbauer

Deutschlands letzter Kaiser war kein Adeliger, aber er hatte Titel ohne Ende und war einer der besten Sportler des Landes: Franz Beckenbauer! Am 11. September 1945 wird der kleine Franz in München, im Stadtteil Giesing, geboren. Das Fußballspielen wird ihm quasi in die Wiege gelegt, denn er wächst direkt neben einem Fußballplatz auf und fällt auch schnell durch sein Talent auf: Bald haben ihn viele Vereine auf dem Zettel, wegen seiner Ballkontrolle, seinem Einsatz und seiner Gelassenheit. Als gebürtiger Giesinger, heißt der Wunschverein von Franz eigentlich TSV 1860 München. Doch die wohl berühmteste Ohrfeige der Fußball-Geschichte verhindert diesen Schritt: Ein Spieler der Löwen verpasst ihm eine „Watschn“ bei einem Spiel, woraufhin sich Beckenbauer für den FC Bayern München entscheidet.

Mit nur 18 Jahren gibt Beckenbauer sein Profi-Debüt. In seiner Premieren-Saison schafft er zusammen mit Sepp Maier und Gerd Müller den Aufstieg in die Bundesliga. Von da an geht es für das Trio nur noch um Eines: Titel, Titel, Titel! Drei Mal gewinnen sie den Europapokal der Landesmeister. Vier Mal krönen sie sich zum Deutschen Meister und vier Mal holen sie den DFB-Pokal. In der Nationalmannschaft ist Beckenbauer als Kapitän ebenfalls erfolgreich. 1972 wird die DFB-Elf erst Europameister, dann 1974 Weltmeister im eigenen Land. 16 Jahre später wird Beckenbauer wieder Weltmeister - diesmal aber als Trainer. „Kaiser Franz“ kann eben alles!

Kurz nach der Jahrtausendwende gelingt Beckenbauer ein Kunststück, dass keiner erwartet hätte. Der sympathische Münchner trägt maßgeblich dazu bei, die Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zu holen. Diese WM geht als „Sommermärchen“ in die Fußballgeschichte ein und sorgt überall im Land für Freude und Begeisterung. Die Fähigkeit, Menschen zu begeistern, hat Franz Beckenbauer wie kein Zweiter und begegnet seinem Umfeld mit Respekt. In den letzten Jahren wird es ruhiger um die „Lichtgestalt“ des Fußballs. Der frühe Tod seines dritten Sohnes bricht ihm das Herz. Außerdem leidet Beckenbauer massiv unter dem Vorwurf, er hätte sich bei der WM-Vergabe 2006 an illegalem Verhalten beteiligt. Franz Beckenbauer ist geplagt von Krankheiten, leidet unter anderem an Parkinson. Am 07. Januar 2024 stirbt Franz Beckenbauer. In Erinnerung bleibt „Kaiser Franz“ als einer der größten Sportler Deutschlands und als großer Menschenfreund.

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Schwarzweiß Fotographie von Schauspielerin Marlene Dietrich

Marlene Dietrich

Marlene Dietrich (1901-1992) wird 1901 in Berlin geboren. Damals ahnt keiner, dass sie später mal ein Hollywoodstar wird. Ihren Durchbruch feiert sie 1929 als "Lola Lola" in "Der Blaue Engel". Das Lied aus dem Film "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" wird ein Welthit. 1936 macht Joseph Goebbels ihr ein Angebot, für die deutsche Propaganda zu arbeiten – sie lehnt ab! Stattdessen – da wohnt sie schon in Paris – wird sie später deutsche Flüchtlinge und emigrierende Künstler finanziell unterstützen. 1939 hat sie keine Lust mehr, "deutsch" zu sein, und wird amerikanische Staatsbürgerin und engagiert sich gegen die Nazis. An aktiven Kampfhandlungen ist sie selbst nie beteiligt.

Aber: Sie unterstützt die GIs und wird während der Ardennenoffensive beinahe gefangen genommen. Als der Krieg endet, befindet sie sich mit US-Truppen im tschechischen Pilsen. Außerhalb Deutschlands würdigt man früh Marlene Dietrichs soziales und politisches Engagement gegen das Nazi-Regime. 1947 erhält sie die "Medal of Freedom" in den USA. 1950 verleiht ihr die französische Regierung den Titel "Chevalier de la Legion d'Honneur". In Deutschland haftet ihr noch lange der angebliche "Verrat" am Vaterland an. Marlene Dietrich stirbt 1992 in Paris. Erst 2001 entschuldigt sich Ihre Heimatstadt Berlin offiziell posthum.

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Schwarzweiß Fotographie von Journalist Fritz Gerlich

Fritz Gerlich

Carl Albert Fritz Michael Gerlich – genannt Fritz – wird 1883 in Stettin geboren. Zu diesem Zeitpunkt ahnt niemand, dass er einmal ein erbitterter Gegner von Adolf Hitler werden wird, noch vor dessen Machtübernahme. 1903 zieht Fritz Gerlich nach München, um dort zu studieren. Im Anschluss arbeitet er dann als Journalist. Da ist Gerlich noch Sympathisant der nationalsozialistischen Bewegung. Das ändert sich schlagartig nach dem Hitlerputsch 1923. In Fritz Gerlich beginnt es zu arbeiten. Er stellt die rechte Ideologie in Frage und wird ihr erbitterter Gegner – bewaffnet mit Stift und Papier. In der Zeitung "Der gerade Weg" setzt Gerlich alles daran, die Nazi-Propaganda zu entlarven. Doch leider ohne Erfolg. Als die Nazis am 9. März 1933 die Macht ergreifen, stürmen SA-Trupps Verlag und Redaktion des Geraden Weges. Gerlich wird verhaftet und in ein Münchner Gefängnis gesteckt. Dort erlebt er noch qualvolle Monate, bevor er am 30. Juni 1934 in das KZ-Dachau gebracht wird. Kurz nach seiner Ankunft wird er von der SS ermordet.

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Zeichnung von Sängerin und Tänzerin Lola Montez

Lola Montez

Lola Montez (1821-1861) hat ein "Problem": Sie weiß, was sie will, und zieht ihr Ding durch! Ein Skandal im 19. Jahrhundert. Als Elizabeth Rosanna Gilbert kommt sie 1821 in Irland zur Welt. Als Teeny brennt sie mit einem Mann nach Indien durch, um einer Zwangsehe zu entgehen. Den Mann heiratet sie, lässt sich aber schnell wieder scheiden und geht nach England. Allerdings nicht als Elizabeth Gilbert, sondern als Maria de los Dolores Porrys y Montez – kurz: Lola Montez. Als spanische Tänzerin startet sie erfolgreich durch, wird dann aber als Hochstaplerin entlarvt und muss fliehen. Lola macht eine Europa-Tournee aus ihrer Flucht und genießt das Tour-Leben in vollen Zügen – Affären inklusive. Sie landet schließlich in München.

Dort trifft sie König Ludwig I. Der ist blitzverliebt! Die Gesellschaft ist dagegen entsetzt. Der König erhebt Lola in den Adelsstand und auch die Staatsbürgerschaft will er ihr verleihen. So jagt ein Skandal rund um Lola Montez den nächsten und sie wird für Viele zum Sündenbock für alles, was politisch schiefläuft in dieser Zeit. Der Druck auf den König und Lola nimmt überhand und sie muss fliehen. Über Umwegen landet sie in den USA. Dort stirbt Lola Montez mit nur knapp 40 Jahren.

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Bonus-Wissen

Zeichnung von Otto I. König von Griechenland

Otto I.

Ein Stück Griechenland in Bayern

Als Zeichen der Freundschaft zwischen Bayern und Griechenland legte König Ludwig I. den Königsplatz in München an. Noch als Kronprinz erteilte er 1806 den Auftrag: Grüne Wiesen sollten mit griechischer Architektur verbunden werden. 1848 begann der Bau der "Propyläen" – ein Stadttor, das einen Vorbau der Akropolis als Vorbild hatte. Bis heute sind der Königsplatz und die Propyläen Hotspots in München.

Zeichnung von Königin Elisabeth von Belgien

Elisabeth Gabriele

Queen of hearts

Im Zweiten Weltkrieg beschützt Elisabeth belgische Juden und setzte sich dafür ein, deren Deportation nach Polen zu verhindern. Dafür wendet sie sich einmal sogar direkt an Hitler. So kann sie Menschenleben retten und wrird später in Yad Vashem, der jüdischen Gedenkstätte des Holocausts und Heldenmuts, geehrt.

Zeichnung von Immanuel Kant

Immanuel Kant

Weltveränderer statt Weltenbummler

Immanuel Kant hatte eine, für seine Zeit, sehr offene Weltansicht. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er nicht viel von der Welt gesehen hat. Mit wenigen Ausnahmen in seiner Jugend, verlässt er seine Heimat rund um Königsberg sein Leben lang nicht. Ganz nach dem Motto: zu Hause ist es doch am schönsten!

Zeichnung von König Ludwig I. von Bayern

Ludwig I.

Späte Erkenntnis

Ludwig I. ist für seine Affären bekannt und gibt sich wenig Mühe, diese vor seiner Frau oder der Öffentlichkeit zu verbergen. Therese trägt die meisten Seitensprünge mit Fassung, was ihr viel Bewunderung in der Bevölkerung einbringt. Sie stirbt 1854 an der Cholera. Auch wenn Ludwig seiner Frau alles andere als treu war, nimmt ihn ihr Tod sehr mit. Therese war ihm wichtig! 44 Jahre Ehe und neun Kinder schweißen dann doch zusammen.

Schwarzweiß Fotographie von Autor Erich Kästner

Erich Kästner

Kästners Katzen

Erich Kästner ist ein großer Tierliebhaber. Vor allem Katzen haben es dem Schriftsteller angetan. Kästner ist von den Stubentigern so fasziniert, dass er sogar ein eigenes Buch über sie verfasst: mit mehr als dreißig Fotos, Geschichten, Gedichten und Gedanken rund um die kleinen Floofs. 

Zeichnung von Marie Sophie Amalie Königin beider Sizilien

Marie Sophie

Eifersucht und Rittmeister

Marie liebt die Jagd und kauft sich ein Jagdschloss in England. Irgendwann lädt sie ihre Schwester Sisi ein. Die ist eine exzellente Reiterin und stiehlt Marie die Show. Marie ist rasend eifersüchtig und streut bei Kronprinz Rudolf, also Sisis Sohn, das Gerücht, seine Mutter habe eine Affäre mit einem Vorreiter. Als Kaiserin Sisi das mitbekommt, kommt es zum Bruch der Schwestern, die sich nie wieder versöhnen.

Foto von jungen Franz Beckenbauer im Trikot des FC Bayern München

Franz Beckenbauer

Herz auf der Zunge

„Schau ma moi, dann seng mas scho“ - Das war der Lieblingsspruch von Franz Beckenbauer. Der Kaiser war mit solchen Sprüchen, aber auch seiner Stimme im Allgemeinen, ein Symbol für den Münchner Dialekt. Der Giesinger sprach mit einem sanft rollenden „R“ und in einer typischen Münchner Sprachmelodie. Im Stadtmuseum München zeigt sogar ein Hörbeispiel Beckenbauers „wie sich ein Münchner anhört“.

Zeichnung von Sängerin und Tänzerin Lola Montez

Lola Montez

Girlpower

In den USA schmeißt Lola den Emanzipations-Motor voll an: Sie geht auf Tournee mit einem von ihr verfassten Stück, schreibt Schönheitsratgeber und kümmert sich um "gefallene Mädchen", wie man Girls genannt hat, die nicht den damaligen Vorstellungen von Moral und Sitte entsprochen haben. Sie ist nicht reich, aber unabhängig. Ihre Story ist eine Inspiration für starke Ladies, auch heute noch...

Schwarzweiß Fotographie von Journalist Fritz Gerlich

Fritz Gerlich

Beef!

Adolf Hitler und Fritz Gerlich lassen ihre Zeitungen beim gleichen Drucker in München herstellen. Eine Schlagzeile von Gerlich macht Hitler so wütend, dass er den Drucker dazu zwingt, Gerlich zu kündigen. Fritz Gerlich hält das aber nicht auf. Er sucht sich eine neue Druckerei und macht weiter.

Schwarzweiß Fotographie von Schauspielerin Marlene Dietrich

Marlene Dietrich

Influencerin & Stilikone

Zeit ihres Lebens erfindet sich Marlene Dietrich neu. Sie setzt Akzente in Sachen Mode und Gesellschaft. 1930 küsst sie – im Smoking – eine andere Frau im Film Marokko. Sie bricht mit Geschlechterrollen und setzt Trends. Die Marlene-Hose ist nach ihr benannt. Zu ihrem Look gehören dünn gezupfte Augenbrauen, ein herzförmiger Kussmund und die Betonung der Wangenknochen.