Zum Hauptinhalt springen

Hugenottenkriege

Calvin - Vater der Hugenotten

Johannes Calvin (1509- 1564), auch Jean Calvin genannt, war ein Reformator. Urpsrünglich stammte er aus dem Norden Frankreichs. Weil Protestanten in Frankreich verfolgt wurden, flieht er 1536 nach Genf. Calvin vertritt die Lehre der Vorherbestimmung (Prädestination). Er glaubt, dass die Einen zur Seligkeit, die Anderen zur Verdammnis bestimmt sind. Da sich durch Taten auf Erden zeigt, wen Gott erwählt hat, waren Calvins Lehren ein Anreiz für die Menschen, hart zu arbeiten: Weltlicher, wirtschaftlicher Erfolg als Ticket für die Seligkeit. Das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg, wird später den Soziologen und Nationalökonom Max Weber zu dem Werk "Die Protestantische Ethik und der Geist des Kaptialismus" inspirieren. Er sieht in der Arbeitsmoral der Protestanten und dem Kapitalismus einen Zusammenhang. Calvin predigt und fordert ein frommes und sittsames Leben. Pflichterfüllung und Tüchtigkeit stehen über allem. 

Anhänger Calvins werden in Frankreich auch "Hugenotten" genannt, eine abwertende Bezeichnung. Sie leitet sich vermutlich vom schweizer Wort für Eidgenossen "Eiguenot" ab. Laut einer anderen Deutung, könnte es auch vom Schreckgespenst König Hugo Capet kommen, das  laut einer Sage nachts in Tours herumspuken soll.

Johannes Calvin

Johannes Calvin © Bayerische Staatsbibliothek

Revolutions-Quickie

1. März 1562 Massaker von Vassy
Francoise de Guise

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Der Herzog von Guise gibt den Befehl, alle Hugenotten in Vassy ermorden zu lassen. Das Blutbad löst den 1. Hugenottenkrieg aus. 

1562-1563 Erster Hugenottenkrieg
Louis I. Fürst von Condé

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Im 1. Hugenottenkrieg kämpfen Prostestanten unter der Führung von Louis I. de Bourbon, Fürst von Condé gegen Katholiken unter der Fürhung von Herzog Franz von Guise. Der Krieg endet mit dem Edikt von Amboise 1563, welches Hugenotten eingeschränkte Religionsausübung gewährt.

1567-1568 Zweiter Hugenottenkrieg
Katharina von Medici

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Louis I., Fürst von Condé will Katharina von Medici die Herrschaft entreißen. Aber Geldmangel auf beiden Seiten beendet den Zweiten Hugenottenkrieg 1568 mit dem Frieden von Longjumeau. In etwa wird der Status vom Edikt ovn Amboise aufrecht erhalten.

1568-1570 Dritter Hugenottenkrieg
Gaspard de Coligny

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Der Dritte Hugenottenkrieg gilt als besonders grausam und brutal. Auslöser war der Versuch von Katholiken, die protestantischen Anführer Coligny und Condé festzunehmen. Er endet 1570 mit dem Frieden von Saint-Germain.

1570 Friede von Saint-Germain
La Rochelle

© Adobe Stock

Den Hugenotten werden vier sichere Orte zugestanden, an welchen sie ihren Glauben ausüben können: La Rochelle, Cognac, Montauban und La Charité-sur-Loire.

1572 Bartholomäusnacht
Bartholomäusnacht

© Bayerische Staatsbibliothek

In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572 sterben tausende Hugenotten. Auslöser war die Ermordung des Hugenottenführers Gaspard de Coligny, dessen Leiche aus seinem Fenster geworden wurde. Danach kommt es zu Pogromen gegen Hugenotten im ganzen Land. 

1572-1573 Vierter Hugenottenkrieg
Karte von La Rochelle 1574

© Historischer Verein von Oberbayern

Der Vierte Hugenottenkrieg ist die direkte Antwort auf die Bartholomäusnacht und die Ermordung der Hugenottenführer. Überlebende des Massakers ziehen sich in hugenottische Hochburgen wie La Rochelle zurück. 

1574-1576 Fünfter Hugenottenkrieg
Heinrich III.

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Die Zeit ist mehr geprägt von Intrigen als von offnen Schlachten. Karl IX. stirbt 1574. Sein Nachfolger wird Heinrich III. Dessen Bruder, der Herzog von Alencon, intrigiert. 1576 kommt es zum Edikt von Beaulieu, das Protestanten freie Religionsausübung außerhalb von Paris gewährt. 

1576-1577 Sechster Hugenottenkrieg
Landkarte mit dem Ort Bergerac

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Katholiken sind mit den Zugeständnissen an die Protestanten aus dem Edikt von Beulieu nicht einverstanden. Im Mai 1577 flammt der Krieg wieder auf, kann aber im September 1577 mit dem Frieden von Bergerac beendet werden. Der schränkt die Freiheiten von Protestanten wieder ein. 

1579-1580 Siebter Hugenottenkrieg
Katharina von Medici

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Katharina von Medici versucht, eine Lösung für den Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken zu finden. Sie macht zeitlich begrenzte Zugeständnisse an die Protestanten, die diese aber nicht wieder aufgeben wollen. Daraufhin bricht der Krieg wieder aus, kann aber im Frieden von Fleix beendet werden.

1585-1598 Achter Hugenottenkrieg
Heinrich VI.

© Archiv des Erzbistums München und Freising

König Heinrich III. verbietet 1585 den protestantantischen Glauben. Heinrich von Navarra ist enttäuscht und der Krieg bricht wieder aus. Der Herzog von Guise übernimmt daraufhin die Führung der Katholiken. König Heinrich III. lässt ihn deswegen ermorden und sucht doch wieder einen Schulterschluss mit den Protestanten. 1589 wird er deshalb von einem fanatischen, katholischen Mönch ermordet. Heinrich von Navarra folgt ihm als Heinrich IV. auf den Thron. Er lässt sich zwar katholisch Taufen, ist aber um Aussöhnung beider Seiten bemüht. 

1598 Edikt von Nantes
König Heinrich IV.

© Bayerische Staatsbibliothek

Im Edikt von Nantes gewährt König Heinrich IV. den Protestanten Religionsfreiheit. Die Hugenottenkriege sind vorbei.



Katharina von Medici nach der Bartholomäusnacht

Katharina von Medici Bartholomäusnacht © Adobe Stock

Alle Rubriken Frankreich