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Herzogtum und Kurfürsten

Karten zum Herzogtum Bayern

Ein bairisches Stammesherzogtum, lässt sich bis Mitte des 6. Jahrhunderts zurückverfolgen. Das ist in etwa die Zeit von Garibald I. 788 wird Bayern ins Frankenreich eingegliedert und von Präfekten verwaltet. Auf die Herrschaft der Karolinger, folgt im 10. Jahrhundert die der Ottonen und Salier und später die der Welfen, zu denen Heinrich der Löwe gehört. Der hat an der Stadtgründung Münchens einen erheblichen Anteil. Er ist von 1156-1180 Herzog von Bayern und der Vetter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Die beiden bekommen sich aber in die Wolle und Heinrich muss ins Exil. Bayern muss sich 1156 mit dem Verlust von Österreich abfinden, das von Barbarossa zu einem eigenständigen Herzogtum erhoben worden ist.

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Bild zeigt altes lateinisches Schriftstück

Warum stammen die ersten Herzöge alle aus dem Geschlecht der Agilolfinger? Hintergrund ist eine Handschrift mit dem Titel "Lex Baiwariorum" aus dem 8. Jahrhundert, in der die Nachfolge geregelt wird. Übersetzt heißt es in dem Dokument: "Der Herzog aber, der an der Spitze des Volks steht, war immer aus dem Geschlecht der Agilolfinger und muss es sein, weil unsere Vorgängerkönige ihnen zugesichert haben, dass sie einen aus ihrem Geschlecht, der dem König treu und klug war, zum Herzog ernennen, um dieses Volk zu regieren". Garibald I. ist der erste Herrscher aus dieser Linie. Tassilo III. ist der letzte Agilolfinger. Er wird später von Karl dem Großen kalt gestellt.

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Bild vom Schloss Unterwittelsbach und der königlichen Familie Wittelsbach um 1863

Kein anderes Adelsgeschlecht hat so großen Einfluss auf die Geschichte Bayerns wie die Wittelsbacher. Ihre Herkunft ist ein kleines Rätsel. Kreative Autoren dichteten den Wittelsbachern kuriose Verbindungen zu Karl dem Großen oder trojanischen Helden an. Netter Versuch. Verbrieft ist aber Otto I. von Scheyern (ca. 1020-1073) als ältester Ahnherr. Sein Enkel, Graf Otto IV. von Scheyern baut dann die Stammburg der Wittelsbacher bei Aichach. Außerdem wurde dieser Otto 1180 von Barbarossa zum Herzog in Bayern ernannt, weil er dem Kaiser geholfen hat. Damit beginnt eine Herrschaftsgeschichte, die über 700 Jahre dauert! Die Wittelsbacher regieren von 1180-1918!!!!  Familiengeschichten sind aber immer auch kompliziert, vor allem, wenn es was zu erben gibt.

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Bild zeigt drei Herrscher aus dem Hause Wittelsbach

Drei Wittelsbachern gelingt der Sprung auf die große, politische Bühne: es geht um Ludwig IV., Ruprecht, und Karl Albrecht VII. Leider ist die Performance eher "geht so". Ludwig ist 1314 nicht der Einzige, der zum Nachfolger von Heinrich VII. gekrönt wird. Also gibt es einen länger andauernden Konflikt mit Friedrich von Habsburg und dann legt Ludwig sich auch noch mit dem Papst an. So wird er von der Kirche verbannt und stirbt 'unchristlich' 1347. Als Ruprecht 1400 Zepter und Krone des HRR bekommt, muss er sich als Krisenmanager beweisen - nicht gerade seine Königsdisziplin. Die Kaiserwürde erlangt Ruprecht nie und er hinterlässt auch nicht die allergrößten Fußspuren. 1742 will Karl Albrecht als Karl VII. im HRR durchstarten. Sein Ziel: Bayern zur Großmacht erheben. Es ist aber die Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges und Albrecht scheitert mit seiner Politik.

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