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Ludwig II.

Die Nacht auf den 10. Juni 1886 dürfte eine der schwersten, im Leben von Ludwig II. gewesen sein. Am Tag davor, war er von der Regierung entmündigt worden. Nur drei Tage später, ist der „Märchenkönig“ tot.

Zur Welt kommt Ludwig II. Am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg. Er wächst zusammen mit seinem Bruder Otto auf Schloss Hohenschwangau auf. Es ist keine unbeschwerte Kindheit. Ludwigs Vater, König Max war streng und schreckte nicht vor körperlicher Gewalt in der Erziehung zurück. Mutter Marie versuchte sich, so es ihre Zeit zuließ, um die Kinder zu kümmern, war aber auch distanziert. 1861 kommt Ludwig mit den Opern von Richard Wagner in Berührung ist zeitlebens ein Fan und Förderer.

Schon früh begeistert er sich für Kultur und Literatur. Vor allem die Sagenwelt des Mittelalters hat es ihm angetan.

Ludwig II. © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
Ludwig II. © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Am 10. März 1864 wird Ludwig, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, zum König proklamiert. Er ist erst 18 Jahre alt und auf seine Rolle nicht vorbereitet.

Schon 1866 erleidet er einen krassen Tiefschlag: Preußen besiegt Österreich und Bayern im „Deutschen Krieg“, wodurch Bayern in außenpolitische Abhängigkeit von Preußen gerät. Eine Verlobung mit Sophie, der Schwester von Kaiserin Sisi, lässt er platzen. Die Realität ist Zuviel für den jungen König, der sich immer mehr in eine Parallelwelt zurückzieht. Freude findet er darin, die Schlösser bauen zu lassen, die noch heute weltbrühmt sind.

Ab 1871 zieht Ludwig sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Er ist angezählt und 1886 kommt es dann zur Entmündigung. Seine letzten Tage verbringt Ludwig II. unter Beobachtung auf Schloss Berg am Starnberger See.

Der 13. Juni 1886 ist der Tag, dessen Ereignisse bis heute Anlass zu Verschwörungstheorien geben: Ludwig geht mit dem Psychiater Bernhard von Gudden spazieren - beide kehren nicht lebend zurück.

Bis heute ist die genaue Todesursache nicht geklärt und vermutlich wird das auch immer so bleiben. Fest steht nur dass weder „Schuss, Schlag-noch Stichwunden“ bei der Obduktion an Ludwigs Körper festgestellt werden konnten.

"Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen…" schreibt Ludwig einmal an eine befreundete Schauspielerin. Dieser Wunsch, wurde dem bayerischen Märchenkönig erfüllt

Mächtiger Brieffreund

1863 trifft Ludwig zum ersten und einzigen Mal auf Otto von Bismarck in Schloss Nymphenburg. Das Treffen ist nachhaltig: Otto von Bismarck wird Ludwigs lebenslanger Brieffreund. Auch nach seiner Entmündigung wendet er sich an Bismarck.

Dessen Vorschlag sich sofort dem Volk zu zeigen, um Zweifel über seinen Zustand zu zerstreuen, berücksichtigt Ludwig nicht.

Ludwig II. © Bayerische Staatsbibliothek
Ludwig II. © Bayerische Staatsbibliothek

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