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Hans-Jochen Vogel

„Münchens Mr. Olympia“ Mit 34 Jahren plötzlich Bürgermeister. Bei den Kommunalwahlen 1960 wählte die Münchner Bevölkerung Hans-Jochen Vogel zum jüngsten Oberbürgermeister aller europäischen Millionenstädte - den Rekord hält er bis heute. Sein junges Alter zeigte sich in seiner Politik. Vogels Leitthema: Das „alte“ München „modern" machen. 1963 wird der Stadtentwicklungsplan beschlossen: So bekommt München eine U-Bahn, der Mittlere Ring wird gebaut und der Marienplatz, die Kaufinger- und die Neuhauserstraße werden zur Fußgängerzone!

Vogels größter Coup gelang ihm drei Jahre später: Er war maßgeblich daran beteiltig,dass die Olympischen Spiele 1972 nach München kamen. Seine Leitsätze „Spiele im Grünen“ und „Spiele der kurzen Wege“ überzeugten das IOC. Auf dem brachen Oberwiesenfeld entstand der grüne Olympiapark und das Olympiastadion mit seinem einzigartigen Zeltdach. Das Gelände ist bis heute Wahrzeichen der Stadt und steht symbolisch für Weltoffenheit und demokratische Grundwerte.

Hans-Jochen Vogel  © Bayerische Staatsbibliothek
Hans-Jochen Vogel © Bayerische Staatsbibliothek
Kurz vor dem Start der Spiele endete Vogels Amtszeit als Münchner Oberbürgermeister. Er wechselte in die Bundespolitik. Dort war er elf Jahre lang Bundesminister und 1983 sogar Kanzlerkandidat der SPD, verlor die Wahl aber gegen Helmut Kohl. 2020 starb er im Alter von 94 Jahren in München. Keine Amtszeit eines Bürgermeisters veränderte die bayerische Landeshauptstadt so nachhaltig, wie die von Hans-Jochen Vogel.

 Doppel-Rekord

Vogel hält noch einen zweiten Rekord: Er war Regierungschef in zwei deutschen Millionenstädten. Im Januar 1981 ist die politische Lage in West-Berlin angespannt. Als Retter rufen sie Hans-Jochen Vogel. Den Erfolg von München kann er aber nicht wiederholen. Bei den vorgezogenen Wahlen nur ein halbes Jahr später, wählen ihn die Berlinerinnen und Berliner ab.

Hans-Jochen Vogel  © Bayerische Staatsbibliothek
Rede vom Hans-Jochen Vogel beim Richtfest der Olympiabauten © Bayerische Staatsbibliothek

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