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Erster Weltkrieg

Wer gegen wen? 

Die wichtigsten Kriegsparteien im Ersten Weltkrieg sind die sogenannten „Mittelmächte“: Das Kaiserreich Deutschland und Österreich-Ungarn auf der einen Seite. Ihnen schließen sich dann das Osmanische Reich und das Königreich Bulgarien an. Auf der anderen Seite steht die „Triple Entente“, auch Alliierte genannt, im Kern bestehend aus Russland, Frankreich und Großbritannien. Später kommen, unter anderem, noch Japan und die USA auf dieser Seite dazu. Der Erste Weltkrieg gilt als die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". Mit ihm wird nicht nur der Weg in die Moderne beschleunigt, er leitet auch ein Jahrhundert des Krieges ein. 

Wichtige Personen sind: Kaiser Wihlhelm II. (Deutsches Reich), Kaiser Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn) Ministerpräsident Raymond Poincaré (Frankreich), König George V. (Großbritannien), Zar Nikolaus II. (Russland).

Kaiser Wilhelm II. und sein Generalstab

Kaiser Wilhelm II. & hochrangige Militärs © Bayerische Staatsbibliothek/Beckert

WK I -Quickie


28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo
Zeitungsartikel über das Attentat in Sarajevo

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajevo am 28. Juni 1914 gilt als Auslöser des Ersten Weltkrieges

Ende Juni 1914

Das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhlem II. sichert Österreich-Ungarn unter Kaiser Franz Joseph seine Unterstützung zu. 

Juli 1914 Ultimatum

Aus Angst vor Russland (auf Seiten Serbiens) hatte Österreich-Ungarn mit einer Bestrafung Serbiens wegen des Attentates gezögert. Ende Juli setzt Österreich Serbien mit einem Ultimatum, dass Serbien kaum Annehmen kann, unter Druck. 

28. Juli 1914 Kriegserklärung

Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg, mit Rückendeckung des Deutschen Reiches. Russland macht daraufhin mobil.

01.08.1914 Beginn Erster Weltkrieg

Das Deutsche Reich schließt ein Bündnis mit dem Osmanischen Reich und macht auch mobil, ebenso wie die Franzosen. Doch die rüsten auf, um Russland zu unterstützen. 

02./03.08. 1914 Besetzung Belgien

Das Deutsche Reich will gemäß dem Schlieffen-Plan einen Zwei-Fronten-Krieg vermeiden: Im Westen gegen Frankreich; im Osten gegen Russland. Erst soll Frankreich ausgeschaltet werden, dann soll es im Osten gegen Russland gehen. Ohne Berechtigung ziehen deutsche Truppen am 4. August 1914 durch das neutrale Belgien und verletzen die belgische Neutralität.

04.08.1914 Kriegseintritt Großbritannien

Als Garantiemacht der Belgischen Neutralität, tritt Großbritannien in den Krieg ein.

August 1914 Kriegserklärungen

06. August: Österreich-Ungarn erklärt Russland den Krieg, Serbien dem Deutschen Reich.

11./12. August: Frankreich und Großbritannien erklären Österreich-Ungarn den Krieg.

17.08.1914 Einmarsch Ostpreußen

Einmarsch russsicher Truppen in Ostpreußen.

22.08.1914 Hindenburg
Paul von Hindenburg

Paul von Hindenburg wird Oberbefehlshaber der 8. Armee in Ostpreußen und Erich Ludendorff Stabschef. 

26.-30.08.1914 Schlacht von Tannenberg
Hindenburg mit seinem Stab

Russische Truppen werden in der Schlacht von Tannenberg vernichtend geschlagen. Paul von Hindenburg wird daraufhin zum symbolträchtigen Volkshelden stilisiert.

05.-12. 09. Erste Marne-Schlacht

Deutsche Truppen werden in der nähe von Paris an der Marne von den Franzosen angegriffen und geschlagen. Der Schlieffenplan ist gescheitert.

29. Oktober 1914 Kriegseintritt Osmanische Reich

Das Osmanische Reich tritt an der Seite der Mittelmeermächte in den Krieg ein. Damit sollte ein Vorstoß Russlands an den Bosperus verhindert werden.

19.01.1915 Luftangriffe auf Großbritannien
Zeppelin in der Luft

Zeppelin-Militäruftschiffe attackieren Großbritannien. Bombenabwürfe auf Städte wie London und die Küstenregionen sollten die Moral der Bevölkerung schwächen. 

22.04.1915 Giftgas bei Ypern

Erster dokumentierter Einsatz von Giftgas im Ersten Weltkrieg: Bei Ypern setzen die Deutschen über 160 Tonnen Chlorgas gegen die Franzosen ein. Der Einsatz löst ein chemisches Wettrüsten aus. Gasmasken werden ständige Begleiter der Soldaten.

25.04.1915 Beginn der Schlacht von Gallipoli

Großbritannien und Frankreich versuchten 1915 das kriegsgeschwächte Osmanische Reich zu besiegen. Dafür landeten sie auf der Gallipoli-Halbinsel. Statt raschem Sieg, kommt es zu einem blutigen Stellungskrieg mit katastrophalen Verlusten. Im Januar 1916 müssen sich die Allierten zurückziehen.

April 1915 Völkermord an den Armeniern

Im April 1915 begann das Osmanische Reich den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Bis Kriegsende ermorden sie 1,5 Millionen Armenier. Grund waren angeblichen Kollaborationen mit Russland.

01.05.1915 Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnów

Durchbruch der Mittelmächte gegen Russland. Das Zarenreich wird bis zu 100km zurückgedrängt. Auf dem Rückzug verbrannten sie alle Dörfer nach dem Prinzip der "verbrannten Erde". Die Mittelmächte sollten so wenig Güter wie möglich erlangen.

07.05.1915 Versenkung der Lusitania

Kurz vor der irischen Küste torpediert ein deutsches U-Boot das britische Passagierschiff Lusitania. Die sinkt innerhalb von 18 Minuten. Dabei sterben 1.198 Menschen, 128 von ihnen US-Amerikaner. Der Angriff führt zu weiteren Spannungen im Verhältnis zwischen Deutschland und den USA.

23.05.1915 Kriegseintritt Italien

Italien tritt auf der Seite der Entente in den Krieg ein. Der Grund: Großbritannien und Frankreich haben dem Königreich Gebietsgewinne, unter anderem in Südtirol, versprochen. In der Folge kommt es an der Grenze zu Österreich-Ungarn zu blutigen Kämpfen ohne nennenswerte Geländegewinne.

14.10.1915 Kriegseintritt Bulgarien

Bulgarien tritt an der Seite der Mittelmächte in den Krieg ein. Serbien ist damit umzingelt und fällt binnen kurzer Zeit.

Herbst 1915 Schlacht in der Champagne

Großangelegte Offensive Frankreichs. Endete als erste große Materialschlacht mit hohen Verlusten und wenig Geländegewinn.

21.02.-16.12.1916 Schlacht von Verdun

Eine der verlustreichsten Schlachten des 1. Weltkriegs. Insgesamt 700.000 Menschen sterben in den Schützengräben. Die Front verschiebt sich dabei nur um wenige Meter. Verdun wird zum Symbol der sinnlosen Schlachten.

Juli-August 1916 Schlacht an der Somme

Eine der größten Offensiven der Allierten und die verlustreichste Schlacht des Krieges. Über eine Millionen Soldaten wurden getötet oder verwundet.

September 1916 Erste Panzer

Die Briten setzen in der Schlacht an der Somme die ersten Panzer ein. Der Angriff schlägt fehl. Viele Panzer bleiben im Boden stecken oder erleiden Defekte. In den Jahren danach werden Panzer aber zum Symbol moderner Kriegsführung.

Februarrevolution 1917

Am 27. Februar kommt es in Russland zum Umsturz. Die Bevölkerung ist kriegsmüde. Revolutionäre stürzen die Regierung. Drei Tage später muss der Zar abdanken. Über 300 Jahre Zarenherrschaft sind vorbei

06.04.1917 Kriegseintritt USA

Knapp drei Jahre lang blieb die USA neutral. Lediglich Waffen lieferten sie über den Seeweg nach Großbritannien. Nachdem das Deutsche Reich diese Schiffe mehrmals mit U-Booten attackierte, entscheiden sich die USA 1917 für einen Kriegseintritt.

Oktoberrevolution 1917

Am 25. Oktober stürzen Lenin und seine Bolschewiki die provisorische Regierung.

15.12.1917 Waffenstillstand Russland

Die neue Regierung unter Lenin entscheidet sich für einen Kriegsaustritt. Mit den Mittelmächten wird ein Waffenstillstand verhandelt. Damit tritt Russland aus dem Krieg aus. Dieser Waffenstillstand tritt am 15.12.1917 in Kraft und wird vier Monate später zu einem Friedensschluss ausgebaut.

21.03.1918 Frühjahrsoffensive

Einen letzten Versuch die Entente-Linie zu durchstoßen unternahm das Deutsche Reich im Frühjahr 1918. Der Angriff kam überraschend, sein Fehlschlag zeigte aber die Erschöpfung der deutschen Armee.

08.08.1918 Hunderttageoffensive

Im August starteten die Allierten eine Großoffensive. Durch die Unterstützung der frischen US-Truppen, zerschlug man die Frontlinie der Mittelmächte. Der Anfang vom Ende des Krieges.

29.10.1918 Kieler Matrosenaufstand

Der Krieg war im Oktober verloren. Trotzdem will die Heeresführung in eine letzte aussichtslose Seeschlacht ziehen. Die Matrosen wollen keine sinnlosen Opfer mehr sein und Meutern. Der Beginn der Revolution.

09.11.1918 Ausrufung der Republik

Der Matrosenaufstand stieß eine revolutionären Bewegung an. Am 09. November rufen Karl Liebknecht und Philipp Scheidemann zwei verschiedene Republiken aus. Scheidemanns Demokratie setzte sich am Ende durch. Der Kaiser wurde zu Abdankung gezwungen.

11.11.1918 Kapitulation

Zwei Tage nach Revolution und Abdankung kapituliert die neue Regierung. Der 1. Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, ist endlich vorbei. Der Frieden und seine Bedingungen werden später im Vertrag von Versailles festgehalten.


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