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Dolchstoßlegende

Paul von Hindenburg © Bayerische Staatsbibliothek
Paul von Hindenburg © Bayerische Staatsbibliothek

Im Herbst 1918 zeichnet sich eine Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg ab. Die Armee ist erschöpft und auch die Oberste Heeresleitung (OHL) muss erkennen, dass ein Durchbruch der Alliierten bevor steht. Also lässt sich die OHL auf Waffenstillstandsverhandlungen ein.

Aber die Verantwortung für die Drohende Niederlage, wollen die Militärs nicht tragen - allen voran Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff. Gezielt wird die Geschichte verbreitet, dass das Heer im Feld ja eigentlich nicht besiegt wurde, sondern aus der Heimat hinterrücks erdolcht worden ist. Die Schuld für die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und damit auch für den Versailler Vertrag, wurde unter anderem der Friedensbewegung und der linken Politik zugewiesen.

In der jungen Weimarer Republik wurde das Narrativ vor allem von der extremen Rechten benutzt, um politische Vertreter einer demokratischen Staatsform in Verruf zu bringen. Die „Dolchstoßlegende“ ist also eine mit Kalkül verbreitete Lüge, die in den Folgejahren vorwiegend der rechten Propaganda gedient hat.

Erich Ludendorff © Bayerische Staatsbibliothek