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Friedrich II. (Preußen)

„Friedrich der Große“ oder „Alter Fritz“ - so wird König Friedrich II. von Preußen auch genannt. Er gehört zu den bekanntesten Königen Preußens. Ein intelligenter Mann, der sein Land so geprägt hat, wie kaum ein anderer. Friedrich gehört zum aufgeklärten Absolutismus. Er sieht sich nicht als Herrscher seines Volkes, sondern als dessen Diener. Aber der Diener hat natürlich das Sagen - also Absolutismus light.

Zur Welt kommt er am 24. Januar 1712 in Berlin als Sohn von König Friedrich Wilhelm I., der auch Soldatenkönig genannt wird. Richtig Kind darf der kleine Friedrich nicht sein. Er wird wie ein Soldat erzogen, mit militärischem Drill und einer harten Erziehung, zu der auch körperliche Züchtigung gehört. Sein Vater hat kein Verständnis dafür, dass sein Sohn sich für Musik, Literatur, Sprachen und Kunst interessiert. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden.

Die sind für Friedrich so schlimm, dass er 1730 versucht, mit einem Freund zu fliehen. Die Flucht misslingt. Die Strafe des Vaters ist grausam: Den Freund lässt der König vor den Augen seines Sohnes hinrichten. Friedrich selbst wird unter Arrest gestellt. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den Vorstellungen des Vaters zu folgen. Er heiratet Elisabeth Christiane von Braunschweig-Bevern, ohne Interesse an ihr zu haben. Friedrich bevorzugt Männer und wird keine Kinder bekommen.

Friedrich II. © Bayerische Staatsbibliothek
Friedrich II. © Bayerische Staatsbibliothek

Das Paar zieht 1736 auf Schloss Rheinsberg. Dort befasst sich Friedrich mit Philosophie, Geschichte und Lyrik. Er komponiert eine Sinfonie und verfasst den „Antimachiavel“ - eine Schrift darüber, wie der ideale Monarch zu sein hat.

Seine Vision von Herrschaft, kann Friedrich ab 1740 umsetzen, als er die Nachfolge seines Vaters antritt. Doch er ist ein König voller Gegensätze. Einerseits ist er modern, andererseits auch altmodisch. Nach dem Tod seines Vaters besteigt er als Friedrich II. den preußischen Thron. Er schafft die Folter ab und lockert die Zensur und Meinungsfreiheit. Er fördert Kunst und Kultur, führt aber gleichzeitig Kriege, die tausende Menschen das Leben kosten. Mit Österreich kämpft er um Schlesien.

1756 bricht der Siebenjährige Krieg aus, in den fast ganz Europa verwickelt ist. Preußen geht an der Seite von Großbritannien als Sieger hervor und wird zu einer europäischen Großmacht. Auch im Bayerischen Erbfolgekrieg 1778/79 spielt Friedrich II. Eine große Rolle: Preußen verhindert, dass Bayern an Österreich fällt.

In den letzten Jahren seiner Herrschaft wird es ruhiger. Friedrich widmet sich mehr Kunst, Kultur und Philosophie. Der „Alte Fritz“ stirbt am 17. August 1786 auf Schloss Sanssouci bei Potsdam.

Schloss Sorgenfrei

Zwischen 1745/1747 lässt Friedrich II. das Schloss im Rokokostil bei Potsdam bauen. Schloss Sanssouci gilt als „preußisches Versailles“ und ist seit 1990 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Schloss Sanssouci © Adobe Stock
Schloss Sanssouci © Adobe Stock

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