Er erbt die Krone eines einst mächtigen Reiches, doch am Ende muss er das zu Grabe tragen.
Franz II. (1768 -1835) übernimmt die Führung im Heiligen Römischen Reich (HRR) zu einem schwierigen Zeitpunkt.
Als er 1792 zum Kaiser gekrönt wird, ist Napoleon Bonaparte schon dabei, Europa in die sogenannten „Koalitionskriege“ zu stürzen. Franz II. stammt aus dem österreichischen Haus Habsburg, das sitzt seit dem 15. Jahrhundert auf dem Thron des HRR. Napoleons Machthunger ist gewaltig und er gilt lange als unbesiegbar. Da Franz II. ahnt, dass das Römisch-deutsche Reich zu geschwächt ist, um dem Druck Napoleons lange Stand zu halten. Schon bevor der Habsburger zum Kaiser wurde, hatte das HRR den Glanz früherer Zeiten verloren.
Um Kaiser Napoleon, weiterhin auf Augenhöhe zu begegnen, erhebt Franz 1804 Österreich zum Kaiserreich. Für zwei Jahre, ist Franz Doppelkaiser von Österreich und dem HRR. Als Napoleon 1806 den Rheinbund gründet, ist das HRR am Ende.
Franz II. verkündet am 6. August 1806, dass er die Kaiserkrone niederlegen wird. Ab da ist er „nur noch“ Franz I. Kaiser von Österreich. Im Kampf gegen Napoleon beginnt sich das Blatt aber zu wenden. 1809 kann er Napoleon in der Schlacht bei Aspern schlagen.
Franz II. © Bayerische Staatsbibliothek
Auch andere Länder haben jetzt die Hoffnung, dass der französische Kaiser gestoppt werden kann und beginnen sich zu erheben, wie z.B. Preußen und Russland. Es werden noch einige Schlachten geschlagen, aber 1814 kann die Macht Napoleons gebannt werden. Die Neuordnung Europas wird auf auf dem Wiener Kongress verhandelt, unter der Führung von Franz’ Außenminister Klemens von Metternich.
Im Vergleich zu anderen Ländern, hinkt Österreich dann in Sachen Fortschritt hinterher. Franz und Metternich sind keine Reformer, er glaubt ans Gottesgnadentum und so gehört Österreich zu den Ländern, die erst spät auf den Zug der Industrialisierung aufspringen. Im Februar 1835 stirbt Franz I. von Österreich nach kurzer, schwerer Krankheit.