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Dreißigjähriger Krieg

"Tränen des Vaterlandes"

"Wir sind doch nunmehr gantz, ja mehr denn gantz verheeret!" 

Mit diesem Satz beginnt ein bekanntes Gedicht von Andreas Gryphius (1616-1664). Gryphius ist zwei Jahre alt, da beginnt der Dreißigjährige Krieg. Da ist es kaum verwunderlich, dass Leid, Verlust und Zerstörung zentrale Motive seiner Gedichte sind. 

Der Dreißigjährig Krieg gilt als einer der fatalsten in der deutschen Geschichte. Etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung verliert ihr Leben. Manche Landstriche sind nach dem Krieg sogar entvölkert. 

Allegorie auf den Dreißigjährigen Krieg

© Bayerische Staatsbibliothek


Timeline

23. Mai 1618
Schauplatz des Prager Fenstersturzes auf der Prager Burg

© Adobe Stock

Mit dem zweiten Prager Fenstersturz beginnt der Dreißigjährige Krieg. 

1619 Der Winterkönig
Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Die böhmischen Stände wählen Friedrich V. (Protestant) zum neuen König. Den spöttischen Beinamen "Winterkönig" bekommt er, weil er nur einen Winter im Amt geblieben ist. 

1619 Kaiserwechsel
Zeichnung von Ferdinand II.

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Nach dem Tod von Kaiser Matthias, wird Ferdinand II. im September zum Kaiser des HRR gewählt.

8. November 1620 Schlacht am Weißen Berg
Zeichnung der Schlacht am Weißen Berg

© Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg

Die Katholische Liga besiegt die Protestantische Unioin in der Schlacht am Weißen Berg vor den Toren Prags. Böhmen wird rekatholisiert. 

bis 1623 Wechsel der Kurwürde
Maximilian I. von Bayern

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Spanische Truppen und die des Kaisers besetzen die Pfalz. Friedrich V. verliert die Kurwürde, die geht an Maximlian I. von Bayern. 

1625 Kriegseintritt Dänemark
König Christian IV.

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Der dänische König Christian IV. marschiert in Norddeutschland ein - unterstützt wird er von England und den Niederlanden

April 1626 Schlacht bei Dessau
Albrecht von Wallenstein

© Bayerische Staatsbibliothek

Wallenstein besiegt das protestantische Heer in der Schlacht bei Dessau.

August 1626 Schlacht bei Lutter
Feldherr Tilly

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Feldherr Tilly besiegt König Christian IV. 

6. März 1629 Restitutionsedikt
Ferdinand II.

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Kaiser Ferdinand II. erlässt das Restitutionsedikt. Besitztümer, die von Protestanten säkularisiert worden waren, sollen an die katholische Kirche zurückgegeben werden. 

22. Mai 1629 Friede von Lübeck
Wallenstein

© Bayerische Staatsbibliothek

Dänemark steigt aus dem Krieg aus. Wallenstein ringt Dänemark ein Bündnis ab: Später wird es an der Seite der Katholiken gegen Frankreich kämpfen müssen.

Juli 1630 Kriegseintritt Schweden
König Gustav II. Adolf

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Das protestantische Schweden unter König Gustav II. Adolf tritt in den Krieg ein.

Mai 1631 Magdeburger Hochzeit
Artikel über Magdeburg von 1631und Zeichnung

© Historischer Verein von Oberbayern

Truppen des katholischen Feldherren Tilly zerstören die protestantische Stadt Magdeburg. Die Massaker sind so grausig, dass ab da das Adjektiv "magdeburgisieren" entsteht. Es steht für ein entzetzliches Ausmaß an Gewalt.

17. September 1631 Schlacht bei Breitenfeld
König Gustav II. Adolf als Heilsbringer der Protestanten

© Bayerische Staatsbibliothek

Die Schweden besiegen Tillys Heer und räumen den Weg nach Süddeutschland frei.

16. November 1632 Schlacht bei Lützen
König Gustav II. Adolf auf dem Totenbett

© Archiv des Erzbistums München und Freising

Wallenstein wird von den Schweden besiegt, aber im Kampf fällt König Gustav Adolf

25. Februar 1634 Ermordung Wallensteins
Wallenstein

© Bayerische Staatsbibliothek

Wallenstein wird den Katholiken zu mächtig. Der Kaiser lässt ihn fallen. In Eger wird Wallenstein ermordet.

30. Mai 1635 Prager Frieden
Zeichnung von Prag

© Bayerische Staatsbibliothek

Weder Protestanten noch Katholiken können die Oberhand gewinnen. Im Prager Frieden wird ein Kompromiss ausgehandelt. Der Kaiser muss das Restitutionsedikt größtenteils aussezten. Im HRR ist der Religionskrieg erstmal vorbei - im Ausland geht es aber weiter. 



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Schauplatz des Prager Fenstersturzes

Schauplatz des Prager Fenstersturzes © Adobe Stock