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Schützengräben und Folgen

Soldaten im Schützengraben © Alfred Kühlewindt/Bayerische Staatsbibliothek
Soldaten im Schützengraben © Alfred Kühlewindt/Bayerische Staatsbibliothek

Als der Erste Weltkrieg am 1. August 1914 ausbricht, ahnt noch niemand, welche verheerenden Folgen er haben wird. Rund 65 Millionen Soldaten werden in den Schlachten kämpfen, 9 Millionen davon werden ihr Leben verlieren. Kriegsteilnehmer bleiben oft ein Leben lang von ihren traumatischen Erlebnissen gezeichnet.

Viele Veteranen leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung - "Kriegszitterer" oder "Schüttelneurotiker" werden sie genannt. Es sind die fürchterlichen Erlebnisse der Soldaten in den Schützengräben, die die Symptome hervorrufen die dafür sorgen, dass die Betroffenen die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Zu diesem Zeitpunkt ist die Medizin im Bereich psychischer Erkrankungen aber längst nicht so weit, dass diese Form der psychischen Traumatisierung als Krankheit erkannt wird.

Humane Therapiemöglichkeiten gab es für die Betroffenen damals keine. Hohe Militärs, z.B. Offiziere, versuchte man mit Bädern oder Beruhigungsmittel zu behandeln. Einfache Soldaten wollte man mit schmerzhaften Elektroschocks „therapieren“, auch um herauszufinden, ob der Betroffene das Leiden nur vortäuscht. Oft wurden auch Drogen, zum Beispiel Morphium, verschrieben was dazu führte, dass viele Soldaten und Veteranen in eine Suchterkrankung stürzten.

Das Kriegszittern ist besonders typisch für den Ersten Weltkrieg und wird in anderen Kriegen nicht in der Häufigkeit beobachtet. Vermutlich lag das an der besonderen Art der Kriegsführung. Tagelang waren Soldaten in den Schützengräben massivem Artilleriebeschuss ausgesetzt und konnten sich nicht in Sicherheit bringen. An der Westfront erstreckte sich die Front der Schützengräben über eine Länge von rund 750 km - vom Ärmelkanal bis an die Schweizer Grenze. Die Einschläge der Artillerie und die ausgehobenen Gräben, haben bis heute ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen.

Soldaten im Schützengraben © Bayerische Staatsbibliothek