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Räterepublik vs. Parlamentarische Republik

Parlamentarische Republik © Adobe Stock
Parlamentarische Republik © Adobe Stock

1918 endete nicht nur der 1. Weltkrieg, auch das Kaiserreich hatte als System ausgedient. Nach der Novemberrevolution 1918 wurden neue Regierungsformen diskutiert. Zwei Parteien waren dabei besonders wichtig: Die MSPD und die USPD. Während die MSPD eine parlamentarische Republik anstrebt, will die USPD eine sozialistische Räterepublik. Wo liegen die Unterschiede?

In einer Parlamentarischen Republik geht die Macht vom Volk aus. Die Regierung ist von einem Parlament abhängig. Gewählt wird in zeitlich festgelegten Abständen. Die Wahl des Parlaments ist geheim und die Stimmabgabe erfolgt durch wahlberechtigte Bürger. Die gewählten Abgeordneten, sollen ihre Wähler repräsentieren. Sie haben ein „freies Mandat“ und sind nur ihrem Gewissen verpflichtet. Entscheidender Faktor ist die Gewaltenteilung: Exekutive (Regierung), Legislative (Parlament) und Judikative (Gerichte) sind voneinander getrennt und unabhängig.

Eine Räterepublik sieht anders aus. Sie ist wie eine Pyramide aufgebaut und hat ein Stufensystem, in welches Räte gewählt werden, die ihre Stufe vertreten. Räte, ist in diesem Fall ein anderer Begriff für Vertreter. Auf Russisch heißen „Räte“ „Sowjets“ und sind der Namensgeber der „Sowjetunion“. Die Wählerschaft ist in Basiseinheiten organisiert: Arbeiter, Bauern, Soldaten - sie bilden die Basis der Pyramide. Diese Basis wählt ihre Räte und schickt sie eine Ebene höher. Auf dieser Ebene finden sich dann Gremien bestehend aus diesen Arbeiter-, Bauern-, und Soldatenräten. Über diesen Räten, gibt es noch eine Stufe übergeordneter Räte.

An der Spitze der Pyramide steht ein Zentralrat. Im Gegensatz zur Parlamentarischen Republik, haben Abgeordnete ein „Imperatives Mandat“. Sie müssen sich an die Anweisungen ihrer Wählerschaft halten. Tun sie das nicht, können sie abberufen werden. Alle öffentlichen Ämter, werden in Wahlen besetzt, eine Gewaltenteilung gibt es nicht. Die fehlende Gewaltenteilung hat in der Vergangenheit zu Korruption und Autokratie geführt (z.B. UdSSR). Poltische Minderheiten werden in einer Räterepublik nicht repräsentiert, sie fallen durchs Raster.

Räterepublik © Adobe Stock