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Februarrevolution

Demonstration 1917 © Bayerische Staatsbibliothek
Demonstration 1917 © Bayerische Staatsbibliothek

Sankt Petersburg, damals heißt es Petrograd, wird 1917 zum Schauplatz folgenreicher Unruhen. Als „Februarrevolution“ werden diese Ereignisse in die Geschichte eingehen. In Russland gilt damals der Julianische Kalender, der sich zeitlich vom Gregorianischen Kalender unterscheidet. Was laut russischer Zeitrechnung am 27. und 28. Februar geschehen ist, ist für uns am 8. und 9. März 1917 passiert.

Zum damaligen Zeitpunkt ist die Stadt nicht nur eine der wichtigsten industriellen Zentren Russlands, sie ist auch der Amtssitz von Zar Nikolaus II. Der Erste Weltkrieg tobt und als Oberbefehlshaber des russischen Heeres, ist der Zar oft bei seinen Truppen. Der Krieg verlangt den Menschen alles ab. Insgesamt sterben im Ersten Weltkrieg 1,7 Millionen russische Soldaten. Die Bevölkerung leidet massiv. Dagegen wehren sich Arbeiter in Petrograd und demonstrieren 1917 fast täglich.

Die Demonstranten fordern nicht nur bezahlbares Brot, sondern auch ihre Rechte ein. Sie wählen Arbeiter- und Soldatenräte, die diese Rechte für sie durchsetzen sollen. Diese werden „Sowjets“ genannt. Die heiße Phase der Proteste beginnt am 8. März, dem internationalen Frauentag. Unter den Demonstrierenden sind viele Arbeiterinnen und Soldatenmütter. Industriearbeiter schließen sich ihnen an. Der Zar setzt das Militär gegen sie ein. Als es zu Todesopfern kommt, wechseln gleich ganze Regimenter auf die Seite der Demonstranten.

Der Zar löst daraufhin die Duma, das russische Parlament, auf. Die Abgeordneten widersetzen sich aber. Zusammen mit den „Sowjets“ übernimmt die Duma am 12. März die Macht, mit Unterstützung vieler Soldaten. Am 15. März wird die Absetzung des Zaren verkündet. Nikolaus II. und seine Familie werden am 21. März festgenommen. Nach mehr als 300 Jahren, ist die Herrschaft der Romanows beendet.

Zar Nikolaus II. © Bayerische Staatsbibliothek