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Nostradamus

Nostradamus © Archiv des Erzbistums München und Freising
Nostradamus © Archiv des Erzbistums München und Freising

Die Prophezeiungen von Michael Nostradamus (*1503 - ♰1566) sind weltbekannt und faszinieren noch heute. Gerade in Krisenzeiten, werden sie gerne hervorgeholt und interpretiert. Genau darin, liegt vermutlich die Faszination: Nostradamus hat seine Zeilen so geschickt formuliert, dass sie niemals konkret sind und großen Spielraum für Deutungen lassen.

Michael Nostradamus wird 1503 in Saint-Remy-de-Provence in Frankreich geboren. Über seine Kindheit ist nur bekannt, dass sein Großvater den wachen Geist des Kindes erkennt und ihn in allen damaligen Wissenschaften unterrichtet. Unter anderem auch in der Kabbala, einer mystischen Lehre in der Tradition des jüdischen Glaubens und in Astrologie.

Mit 14 beginnt er ein Medizinstudium in Avignon, dass er wegen dem Ausbruch der Pest abbrechen muss. Stattdessen beginnt er, als Apotheker zu arbeiten und erforscht pflanzliche Heilmittel. Er behandelt Pestkranke und hat eine höhere Erfolgsquote, als Ärzte der Zeit. Nostradamus wird zu einer lokalen Berühmtheit verliert seinen Status aber, nachdem seine Frau und seine zwei Kinder an der Pest sterben.

1538 kommt er in Konflikt mit der Inquisition und reist deshalb jahrelang durch Italien, Griechenland und die Türkei. Es wird vermutet, dass er in dieser Phase mit altem, mystischen Wissen in Kontakt kam. 1547 geht Nostradamus davon aus, sicher vor der Inquisition zu sein und kehrt zurück nach Frankreich. Er heiratet eine reiche Witwe und lässt sich in Salon-de-Provence nieder.

Nostradamus beginnt medizinische Bücher zu schreiben, verlagert sich dann aber immer mehr auf okkulte Themen. Nostradamus soll stundenlang meditiert haben. In diesem Zustand, soll er Visionen gehabt haben, die angeblich die Grundlage für seine Prophezeiungen gewesen sind. Ab 1550 verfasst er astrologische Almanache, mit Vorhersagen für das kommende Jahr. Seine Werke kommen gut an und er macht sich einen Namen.

Typisch für seine Prophezeiungen war das Fehlen von konkreten Angaben wie Zeit oder Ort. Es gab lediglich Verweise auf Sternenkonstellationen. Seine Aussagen, die in Versen formuliert waren, sollten gelten „von heute (d.h. 1555) bis ins Jahr 3797“, also für über 2000 Jahre!

Seine Popularität verschafft ihm eine Einladung an den Hof von König Heinrich II. Dessen Frau, Katharina von Medici, war interessiert an okkulten Themen. Sie beauftragt Nostradamus damit, Horoskope für ihre Kinder zu schreiben. Später macht Katharina ihn zum Ratgeber und Leibarzt am Hof. Aber nicht alle sind von Nostradamus begeistert. Astrologen der Zeit, stellen seine Methoden und Horoskope in Frage. Als Nostradamus am 02.07.1566 in Salon-de-Provence stirbt, überleben ihn seine Prophezeiungen.

Die zeitlosen und einprägsamen Verse werden bis in unsere Zeit extrem oft zitiert. In Romanen und Filmen, Serien und in unzähligen Dokumentationen, selbst in Comics und Musikstücken, tauchen sie auf. Seine Anhänger wollen in den Versen auch Hinweise auf das Zeitgeschehen entdecken: Allgemeine Aussagen zu „Brennenden Türmen“ wurden zum Beispiel auf den Terroranschlag auf das World Trade Center in New York vom 11.September 2001 bezogen.

Ist das ein Beweis für hellseherische Wahrheit? Im wissenschaftlichen Sinne natürlich nicht. Nostradamus war einfach ein sehr begnadeter Autor, mit einem guten Gespür für die Bedürfnisse seiner Leserschaft.

Nostradamus © Archiv des Erzbistums München und Freising