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Code Civil

Deckblatt Code Civil © Bayerische Staatsbibliothek
Deckblatt Code Civil © Bayerische Staatsbibliothek

Im Jahr 1804 gibt es in Frankreich noch keine einheitliche Rechtssprechung. Das ändert sich erst, als Napoleon den „Code civil“ - die Mutter aller Zivilrechtsbücher - einführt.

Er erteilt Juristen den Auftrag ein Gesetzeswerk zu schaffen, dass die unterschiedlichen Gesetze in Frankreich vereinheitlicht. In 2.281 Artikeln wird die neue, Rechtsgrundlage festgeschrieben. Der „Code Civil“ tritt am 21. März 1804 in Kraft und basiert weitestgehend auf den Maximen der Französischen Revolution: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!“ Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich. Juden werden mit Nichtjuden juristisch gleichgestellt.

Jeder Bürger ist frei und der Schutz privaten Eigentums geregelt. Kirche und Staat sind fortan getrennt. Auch der Zunftzwang wird abgeschafft und ermöglicht eine freie Berufswahl. Was auf dem Papier schön klingt, hat seine Schwächen. Frauen beispielsweise profitieren davon nicht. Sie müssen einem männlichen Vormund unterstellt werden.

Trotzdem ist der Code Civil in Sachen Zivilrecht bahnbrechend. Er gilt in vielen, von Napoleon besetzten Gebieten, und ist Vorbild für die Rechtsprechung vieler Länder. In einigen Deutschen Ländern gilt er, bis er 1900 vom Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) abgelöst wird.

Napoleon © Bayerische Staatsbibliothek