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Corday und Marat

Charlotte Corday © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek
Charlotte Corday © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek

Am 17. Juli 1793 wird eine gewisse Charlotte Corday in Paris hingerichtet. Vier Tage zuvor, hat sie den radikalen Politiker Jean Paul Marat in seiner Badewanne erstochen.

Charlotte Corday kommt am 27. Juli 1768 in Les Ligneries in der Nordmandie zur Welt. Sie stammt aus einer verarmten Adelsfamilie, wächst in der Abtei Sainte-Trinité in Caen auf und genießt dort viele Freiheiten. Dort kommt sie mit den Ideen der Aufklärung in Berührung.

1791 werden die Auswirkungen der Französischen Revolution auch in Caen spürbar. Am 1. März wird die Abtei von Charlotte aufgelöst. Zu Beginn hatte sie die Revolution noch begrüßt, denn da gaben die gemäßigten Girondisten den Ton an. Mit der Zeit gewinnen die radikalen Jakobiner die Oberhand. Die umstellen Mai/Juni 1793 den Nationalkonvent und stürzen die Girondisten.

Einige fliehen nach Caen und halten dort Treffen ab, um Widerstands-Aktionen zu planen. Auch Charlotte Corday nimmt an manchen Versammlung teil. Sie will aber nicht warten, sondern sofort handeln. In Jean Paul Marat sieht sie einen der Hauptverantwortlichen für die Schreckensherrschaft der Jakobiner. Ihrer Ansicht nach, manipuliert Marat das Volk und stachelt es zu Gewalttaten gegen Andersdenkende an.

Corday dürfte davon ausgegangen sein, dass Marats Tod ausreichen würde, um die Herrschaft der Jakobiner zu beenden und eine Gegenrevolution der Girondisten einzuleiten. Also plant sie, Marat zu ermorden. Sie reist nach Paris und geht zum Haus von Marat. Zweimal wird sie abgewiesen, aber am Abend des 13. Juli gelingt es Corday, zu Marat vorzudringen.

Der schwerkranke Marat sitzt gerade in seiner Badewanne und befiehlt, Corday zu ihm vorzulassen. Es gibt noch ein kurzes Gespräch, dann zückt Corday ein Messer und rammt es Marat tief in die Brust. Der kann noch um Hilfe rufen, stirbt aber schnell an seinen Verletzungen.

Charlotte Corday leistet bei ihrer Festnahme keine Gegenwehr. Auch wenn Marat Menschen Gewalt antun ließ, macht ihn sein gewaltsamer Tod im Volk zum Märtyrer der Revolution. Charlotte

Corday wird mit 24 Jahren öffentlich enthauptet und in einem Massengrab beerdigt. Die Tat von Charlotte Corday hatte nicht die Wirkung, die sie sich erhofft hatte. Sie führt nicht dazu, dass Frankreich Frieden findet und die Girondisten wieder an die Macht kommen. Das Gegenteil ist der Fall, die Jakobiner unter Maximilien de Robespierre, werden noch brutaler in ihrer Vorgehensweise.

Jean Paul Marat © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek