
Zwei Brüder, ein machthungriger Onkel und die Frage, was mit den Kindern passiert ist. Das ist die Geschichte der Prinzen im Tower, deren Onkel Richard III. Shakespeare zu einem Drama inspiriert hat.
Eduard V. (*1470- 1483?) und Richard of Shrewsbury (*1473- 1483?) sind die Söhne von König Eduard IV. und seiner Frau Elizabeth Woodville. Geboren werden die beiden während der Rosenkriege. In dieser Zeit kämpfen nicht nur die Häuser Lancaster und York um die Krone Englands, auch inner-familiär gibt es Machtkämpfe.
König Eduard IV. hat nicht nur zwei Söhne, sondern auch einen jüngeren Bruder, Richard of Gloucester. Als der König im April 1483 stirbt, ist sein ältester Sohn Eduard V. als Nachfolger vorgesehen. Der ist da aber noch ein Kind, weshalb Onkel Richard als Lordprotektor die Regentschaft von England übernehmen soll, bis Eduard alt genug ist selbst König zu werden. Seine Mutter strebt aber an, Eduard gleich krönen zu lassen, um ihre Stellung am Hof zu wahren.
Die Krönung ist für den 22. Juni 1483 in London angesetzt. Onkel Richard will aber selbst König werden. Deswegen verhindert er die Krönung mit der Anschuldigung, Elizabeth sei eine Hexe. Außerdem sei die Ehe zwischen ihr und seinem Bruder nicht gültig gewesen, weil ein älteres Eheversprechen seitens des König vorliegen würde. Eduard und sein jüngerer Bruder seien somit keine legitimen Kinder. Statt Eduard, wird also Onkel Richard am 6. Juli König. Dass die Söhne seines verstorbenen Bruders illegitim sind, lässt er später in einem Parlamentsstatut bestätigen.
Eduard V. und sein Bruder Richard of Shrewsbury in den Tower of London. Für die beiden Prinzen, ist es ein Ort ohne Wiederkehr, denn schon 1483 geht das Gerücht um, dass die Kinder nicht mehr am Leben sind.
Bis heute ist das Schicksal der Prinzen im Tower unklar. Richard III. wird für ihren Tod verantwortlich gemacht. Für ihn war deren Existenz die größte Bedrohung, aber nachzuweisen ist das nicht. 1674 werden beim Umbau des Towers zwei Kinder-Skelette gefunden. Erst landen die Knochen auf einem Müllberg, aber dann kommt die Vermutung auf, dass es sich um die Überreste der Prinzen handeln könnte.
1933 werden die Knochen wissenschaftlich untersucht und es kommt heraus, dass sie vom Alter her zu den Prinzen passen könnten. Auch ein gewaltsamer Tod kann kommt in Frage. Später kommt Kritik an dem Ergebnis auf. Die kann jedoch weder bestätigt, noch widerlegt werden.
Eine DNA-Analyse könnte heute weitere Ergebnisse liefern, da die Verantwortlichen der Westminster Abbey, in welcher die Knochen heute begraben sind, eine Exhumierung ablehnen.
