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Münchner Räterepublik

München 1919 © Stadtarchiv München
München 1919 © Stadtarchiv München

Nach dem Mord an Kurt Eisner, am 21. Februar 1919 ist Bayern geschockt. Nach der weitestgehend friedlichen Revolution im November 1918 unter Eisners Führung, herrscht ein Machtvakuum.

Zwar gelingt es, am 17. März eine Regierung zu bilden, aber Ministerpräsident Johannes Hoffmann kann die Spannungen zwischen Befürwortern der Räterepublik und jenen einer parlamentarischen Republik nicht abbauen. Am 07. April 1919 rufen Vertreter des Zentralrates und des Revolutionären Arbeiterrates in München die „Baierische Räterepublik“ aus.

Die Regierung Hoffmann wird für abgesetzt erklärt und flüchtet nach Bamberg. Die Münchner Räterepublik plant Reformen im Sozial- und Wirtschaftssektor. Aber sie hat weder das Personal noch die Mittel. Im Gegenteil. München ist von der Versorgung abgeschnitten. Dafür sorgt die Regierung Hoffmann von Bamberg aus. Die will mit „Republikanischen Schutztruppen“ die Räteregierung in München stürzen. Doch der Putsch wird niedergeschlagen. Die Folge ist ein Machtwechsel in München.

Die neuen Machthaber, allen voran die Kommunisten Eugen Leviné und Max Levien, wollen eine „Diktatur des Proletariats“, nach sowjetischem Vorbild. Um sie durchzusetzen, heben sie eine Rote Armee aus. Die geht brutal gegen ihre Gegner vor. Die Regierung Hoffmann will immer noch den Sturz herbeiführen und kreist München mit rechten Freikorps und württembergischen Reichswehrtruppen Ende April ein. Am 30. April 1919 erschießen Rotarmisten Geiseln in einem Münchner Gymnasium, mutmaßlich als Vergeltungsmaßnahme. Truppen der Regierung Hoffmann hatten am 29. April ebenfalls Geißeln hingerichtet.

Trotzdem nehmen die Regierungstruppen den „Geiselmord“ als Rechtfertigung, für ihr brutales Vorgehen, ab dem 01. Mai 1919: Da fallen Freikorps und Reichswehreinheiten mit aller Gewalt in München ein. Aus „rotem“ Terror, wird „weißer“ Terror. Um die 600 Menschen, verlieren im Zuge der Kämpfe in, und um die Räterepublik ihr Leben.

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München 1919 © Stadtarchiv München