
Der Kaiser hat abgedankt, der Krieg ist vorbei, die Republik ist ausgerufen, eine Übergangsregierung ist gebildet. Wie die Zukunft Deutschlands ab dem neuen Jahr 1919 aber wirklich aussehen wird, ist im Dezember 1918 noch lange nicht entschieden.
In den ersten Wochen war die Revolution friedlich verlaufen. Das änderte sich an Weihnachten 1918. Ein Aufstand der Volksmarinedivision in Berlin wurde am 24. Dezember blutig niedergeschlagen. Daraufhin verließen alle USPD-Mitglieder die SPD-Übergangsregierung.
Als Regierungschef Friedrich Ebert am 04. Januar den Polizeipräsidenten von Berlin absetzen ließ, weil dieser nicht bereit war mit Waffen gegen Aufständische vorzugehen, eskalierte die Situation. Der sogenannte Spartakusaufstand begann. Die linke Arbeiterbewegung versuchte die SPD-Regierung zu stürzen und eine Räterepublik durchzusetzen. Die Regierung unter Ebert versuchte gleichzeitig Nationalwahlen zu forcieren und endlich die parlamentarische Demokratie einzuführen. Unterstützung fand Ebert bei der OHL - der Obersten Heeresleitung. Die war der Demokratie gegenüber kritisch eingestellt, half aber bei der Niederschlagung des Spartakusaufstandes. Sie wollte einen linksorientierten Staat verhindern und ihre eigenen Überzeugungen einbringen.
Der Einsatz des Militärs endete blutig. Mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden zwei führende Köpfe des Spartakusbundes ermordet. Die Gewalt ebbt erst mal ab, wird aber die junge Demokratie immer wieder erschüttern: Nach einer anfänglichen Ruhephase, kommt es im Lauf der Weimarer Republik immer wieder zu Aufständen, Attentaten und Putsch-Versuchen.
Mehr Infos:
