
Am 9. September 1976 endet, mit dem Tod Mao Zedongs, die sogenannte „Kulturrevolution“ in China. Begonnen hatte diese am 4. Mai 1966. Was nach Aufbruch klingt, ist in Wahrheit ein blutiges und grausames Kapitel in der chinesischen Geschichte.
Diktator Mao Zedong, der sich immer volksnah präsentiert und vorgibt, den Willen des Volkes zu vertreten, überzieht das Land mit organisiertem Terror. Mao verfügt über einen effektiven Geheimdienst, kontrolliert Militär und Polizei. 1966 ist seine Position aber in Gefahr. Einen „Großen Sprung nach vorne“ wollte Mao zuvor in kürzester Zeit durchsetzen. Damit gemeint ist eine erzwungene Industrialisierung und Kollektivierung, die China in eine sozialistische Großmacht verwandeln sollte.
Die Folgen sind fatal: es kommt zur größten, von Menschen verursachten Hungersnot der Geschichte, die Millionen Menschen das Leben kostet. Um seine politischen Gegner zu beseitigen, mobilisiert Mao die Jugend Chinas, die auf seine Ideologie eingeschworen ist. Mao tarnt seinen Coup als Kulturkritik. Alles was konservativ und traditionell chinesisch ist, verteufelt er. Der „Große Steuermann“, wie Mao auch genannt wird, ruft junge Chinesen zu Gewalttaten auf: Das junge China soll sich wehren, gegen Verräter und Feinde Maos. Das sind Lehrer, Professoren, Politiker, Eltern, Wissenschaftler, Künstler, also alle, die Mao im Weg stehen. Es kommt zu Hetzjagden und Lynchjustiz.
Der tobende Mob wird „Rote Garde“ genannt. Keiner kann sich sicher fühlen. Millionen Menschen werden umgebracht und am Ende gibt es nur einen Sieger: Mao Zedong. All seine Gegner sind beseitigt. Als Mao die Rote Garde nicht mehr braucht, gibt er der Armee den Befehl, wieder für Ordnung zu sorgen. Die jungen Chinesen werden in Umerziehungslager geschickt.
Mao Zedong (1893-1976)- bis heute wird der ehemalige Staatspräsident in China wie ein Heiliger verehrt. Aber Zedong war alles, nur kein Heiliger. Er war ein kommunistischer Diktator, dessen Herrschaft schätzungsweise zwischen 40-80 Millionen Menschenleben gekostet hat.
