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Ludwig der Fromme

Ludwig der Fromme © Bayerische Staatsbibliothek
Ludwig der Fromme © Bayerische Staatsbibliothek

Als Ludwig der Fromme 814 Kaiser des Fränkischen Reiches wird, tritt er ein schweres Erbe an. Sein Vater war niemand anderes als Karl der Große. Während der ein großer Krieger war und das Reich groß und mächtig gemacht hat, ist bei Ludwig aus einem anderen Holz geschnitzt. Keine guten Vorraussetzungen, für so große Fußstapfen.

Ludwig kommt 778 zur Welt. Wie seine Brüder, wird er schon als Kind zu einem Unterkönig einer Provinz im Fränkischen Reich. Geplant war, das Reich später unter allen Söhnen Karls aufzuteilen. Beim Tod Karl des Großen 814, ist aber nur noch Ludwig am Leben, weshalb er Alleinerbe wird.

Ludwig ist inzwischen selbst Vater. Schon im dritten Jahr seiner Herrschaft, 817, will er seine Nachfolge regeln. Eigentlich hätte auch er das Reich unter seinen drei Söhnen aufteilen sollen. Ludwig geht aber einen anderen Weg und gibt seinem Sohn Lothar den Vorzug. Dieser Schritt wird dafür sorgen, dass es zu großen Erbstreitigkeiten kommt: Erst zwischen den Söhnen, dann wenden sich die Söhne gegen den Vater.

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen, wird Ludwig gleich zwei mal den Thron verlieren, ihn aber doch wieder erlangen. Besonders beliebt ist er ohnehin nicht. Sein Beiname „Der Fromme“ ist auch Programm. Er ist überzeugter Christ und versucht alles Heidnische abzuschaffen, was nicht gut ankommt, vor allem bei den Soldaten, die heidnische Lieder singen. Auch kann Ludwig die Expansionspolitik seines Vaters nicht fortführen. Er versucht das Reich zu stabilisieren, kann aber keine nennenswerten Gebietsgewinne einbringen.

Er ist ein glückloser Herrscher, der 840 stirbt. Nach seinem Tod, wird das Frankenreich 843 im Vertrag von Verdun unter seinen überlebenden Söhnen aufgeteilt. Lothar bekommt das Mittelreich, das sich von der Nordsee bis Italien reicht. Karl der Kahle bekommt das Westfrankenreich, aus dem später Frankreich wird. Ludwig dem Deutschen wird das Ostfrankenreich zugesprochen, aus dem einmal das Heilige Römische Reich werden sollte.

Ludwig der Fromme betend © Archiv des Erzbistums München und Freising