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Barbara von Brandenburg Königin Böhmen

© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Abteilung Handschriften und Historische Drucke; Signatur: K 216
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Abteilung Handschriften und Historische Drucke; Signatur: K 216

Sie schien eine gute Partie zu sein - doch Barbara von Brandenburg hat großes Pech in Sachen Eheschließung. Sie kämpft für ihr Rech, das passt nicht jedem und so landet sie im Gefängnis...

Barbara (1464–1515), Tochter von Anna von Sachsen und Albrecht Achilles, wurde mit nur acht Jahren an den über 30 Jahre älteren Herzog von Crossen-Glogau verheiratet. Als er vier Jahre später starb, schien sie durch ihr schlesisches Erbe nun eine gute Partie für den böhmischen König Wladislaw II. 

Um dieses auch für die Zollern prestigeträchtige Eheprojekt schnell zu verwirklichen, wurde die Trauung mit einem Stellvertreter des Bräutigams durchgeführt. Jedoch verlagerte Wladislaw angesichts verzögerter Hochzeitsfeierlichkeiten, Kriegswirren und Erbstreitigkeiten seine Interessen auf vielversprechendere Eheprojekte. So holte er Barbara nie zu sich, um die Ehe zu vollziehen und damit rechtsgültig zu schließen. Ohne Sex- keine gültige Ehe!

Nach über 15 Jahren Streit um ihre Eheansprüche und nicht standesgemäße Versorgung durch ihre Familie nahm Barbara ihr Schicksal selbst in die Hand und bat den Papst um Auflösung der Ehe. Als sie auch noch heimlich einem rangniedrigeren Ritter die Ehe versprach, inhaftierten ihre Brüder sie auf der Plassenburg. In Briefen aus ihrer Haft wird das Drama eindringlich spürbar.

Nach der offiziellen Auflösung der Ehe 1500 verliert sich ihre Spur.

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Plassenburg/Kulmbach © Bayerische Staatsbibliothek

Credits Texte: Dr. Magdalena Bayreuther, Amanda Bischoff, Leonora Braun, Dr. Alfred Hagemann, Katja Gimpel, Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai, Lisa-Marie Liebig-Micko, Dr. Uta Piereth, Miriam Rautenberg, Dr. Simona Schellenberger, Dörthe Schimke, Dr. Christa Syrer, Melina Wießler, Lisa Buschmann