
Ein Mann, eine Dynastie. Ottonen, Staufer, Wittelsbacher -lange Zeit kamen die römisch-deutschen Könige und Kaiser aus den Reihen dieser Familien. Dann betrat Rudolf der Graf von Habsburg (1218-1291 ) die Bildfläche und legte den Grundstein für das Haus Habsburg, welches über viele Jahrhunderte hinweg, die römisch-deutschen Kaiser stellen sollte.
Nach dem Tod seines Vaters Albrecht IV. im Jahr 1240, wird Rudolf das alleinige Oberhaupt der habsburgischen Hauptlinie. Zu dieser Zeit ist der Staufer Friedrich II. Herrscher des römisch-deutschen Reiches. Der wird gerät 1245 in einen Streit mit Papst Innozenz IV. und stirbt 1250. Diese Ereignisse markieren den Beginn des sogenannten Interregnums, welches bis 1273 dauern wird.
Es ist eine Zeit des Machtkampfes, in der die Territorialherrschaft der einzelnen Fürsten ihre Macht zum Teil ausbauen können. Einer dieser Fürsten ist Rudolf von Habsburg. Er wird am 1. Oktober 1273 in Frankfurt von den Kurfürsten zum römisch deutsche König gewählt. Am 24. Oktober erfolgt die Krönung in Aachen. Da Rudolf nicht der mächtigste Kandidat war, kam die Wahl für ihn etwas überraschend. Sein Glück: Der böhmische König Ottokar II. , Herzog von Österreich, der mächtigste aller Kandidaten, war den anderen Kurfürsten wegen seines Machthungers suspekt.
Als König versuchte Rudolf I. nun, nach den chaotischen Jahren des Interregnums eine neue Hausmacht zu etablieren. Dazu gehörte es auch, sich König Ottokar II. entgegenzustellen, um seine Autorität zu untermauern. Es gelingt Rudolf, die Gegner Ottokars zu vereinen und den böhmischen König 1278 zu besiegen. Rudolf I. stirbt am 15. Juli 1291 mit 73 Jahren.
Sein Erbe ist, dass das Haus Habsburg sich endgültig etabliert hat. Ab dem Jahr 1438 regieren im Römisch-Deutschen Reich fast ausschließlich Habsburger und 1806 ist es mit Franz II. auch ein Habsburger, der den endgültigen Zerfall des HRR verantwortet.
Mehr Wissen:
- HLB: Interregnum
- HLB: Ende des Alten Reiches
