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Beginn Religionskriege

Francoise de Guise © Bayerische Staatsbibliothek
Francoise de Guise © Bayerische Staatsbibliothek

In Frankreich herrscht im 16. Jahrhundert das Haus Valois. Das Land befindet sich in dieser Zeit im Dauerkonflikt mit dem Haus Habsburg, vor allem mit Spanien und Österreich. Ab 1520 breitet sich der Protestantismus aus und innenpolitische Krisen erschüttern die Monarchie.

Der französische König ist auf die Unterstützung des Adels angewiesen, aber die Lager spalten sich in dieser Phase in Katholiken und Protestanten. Das erzkatholische Lager, zu dem die Familie Guise gehört, wird zusätzlich von der spanischen Krone unterstützt. Ein Konflikt zwischen Hugenotten und Katholiken ist vorprogrammiert. Unter König Franz I. werden 1535 die ersten Protestanten in Paris verbrannt. Sein Nachfolger Heinrich II. ergreift ebenfalls gewaltsame Maßnahmen. Trotzdem entstehen um 1555 erste protestantische Kirchen. Rund 1 Million Anhänger hat die neue Glaubensrichtung in Frankreich in dieser Zeit.

Die Religionskrise ist ein Grund, warum der französische König in Bedrängnis gerät. Andere Gründe sind rivalisierende Hofparteien, ein drohender Staatsbankrott und der Druck des erzkatholischen Spaniens. Um die Länder aneinander zu binden, wird die Tochter von Heinrich II., Elisabeth von Valois, 1559 mit dem spanischen König Philipp II. verheiratet. Die Hugenotten halten dagegen. Sie planen im März 1560 die „Verschwörung von Amboise“. Das Ziel: Die Absetzung des Königs und die Entmachtung des Hauses Guise. Neuer König soll der Prinz von Condé aus dem Haus Bourbon. Die Verschwörung wird noch vor seiner Umsetzung, unter Beteiligung des Hauses Guise aufgedeckt.

Heinrich II. war 1559 gestorben. Sein Sohn Franz II. besteigt den Thron für ein Jahr, dann stirbt auch er. Das Haus Guise hatte eine gute Verbindung zu Franz II. aufgebaut. Als sein Bruder Karl ihm auf den Thron folgt, ist er 10 Jahre alt. Also übernimmt seine Mutter Katharina von Medici die Regentschaft. Ihre Politik passt dem Haus Guise überhaupt nicht. Katharina bemüht sich um eine Aussöhnung mit den Hugenotten. 1562 kommt es zum Edikt von Saint-Germain- en- Laye. Das gewährt Protestanten eingeschränkte Glaubensfreiheit.

Im gleichen Jahr kommt es auf Veranlassung der Familie Guise, genauer gesagt von Francoise de Guise, zum Blutbad von Vassy, einem Massaker an Hugenotten. Das wird zum Auslöser eines Bürgerkrieges- des ersten Hugenottenkrieges.

Katharina von Medici © Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg