
Im Jahr 1370 befindet sich Frankreich im 100-jährigen Krieg mit England. König Karl V. will deshalb die Stadt Paris mit einer Befestigungsanlage vor englischen Angriffen schützen und gibt den Bau der Bastille in Auftrag. Der ursprüngliche Name der Anlage lautet Bastion de Saint-Antoine, oder Bastille de Saint-Antoine.
Der Grundstein wird am 22. April 1370 gelegt. Nach dreizehn Jahren Bauzeit, ist die Bastille 1383 fertig. Es ist ein gewaltiges Bauwerk, mit acht Türmen, umgeben von einer Mauer, die wiederum von einem wassergefüllten Festungsgraben umgeben ist. Der Zugang ist nur über zwei Zugbrücken möglich: Eine für Fußgänger und eine für Kutschen.
Die Jahre vergehen, und die Bastille wird zweckentfremdet. Im 17. Jahrhundert, nutzt König Ludwig XIII. den Bau als Staatsgefängnis. 80 Kerker gibt es im Gebäude, die zum Teil unter der Erde liegen. Das Gefängnis ist eine Art Geschäftsmodell für den König: Viele der Insassen stammen aus adeligen Familien. Die Haftbedingungen hängen vom Stand und finanziellen Mitteln ab. Je mehr Geld, um so besser die Unterbringung. Es gibt sogar Berichte, dass Adelige Häftlinge ihre Diener und Frauen mitgebracht haben.
Aber: Wer in Haft verarmt, wandert immer tiefer. Die schlimmsten Zustände müssen in den Kellergefängnissen geherrscht haben. Die Angst davor, in der Bastille zu landen war groß. Wer einmal hinter den dicken Mauern verschwunden war, hatte schlechte Karte, wieder nach draußen zu gelangen. Am 14. Juli 1789 ist die Bastille längst ein heruntergekommener Bau, in dem nur Sieben-, politisch unbedeutende Häftlinge einsitzen. Trotzdem wird das Gefängnis von Revolutionären gestürmt.
Der Sturm der Bastille gilt als Auslöser der Französischen Revolution und läutet auch gleichzeitig das Ende der Festung ein. Nur wenige Tage nach dem Sturm, beginnt der Abriss der Festung - ihre Zerstörung ein symbolischer Akt für den Niedergang gegen das Ancien Régimes.
