
Den Begriff „Rosenkrieg“ kennen wir heute vor allem im Zusammenhang schäbiger Trennungen. Ex-Partner in spe gehen nicht friedlich auseinander, sondern gönnen sich nicht das schwarze unter den Nägeln und landen im Zweifel vor Gericht.
Seinen Ursprung hat der Begriff mit hoher Wahrscheinlichkeit aber im England des 15. Jahrhunderts. Zwei Adelshäuser, die eigentlich aus der gleichen Familie stammen, streiten zwischen 1455 und 1485 um den englischen Thron. Das Haus Lancaster hat eine rote Rose im Wappen, das Haus York eine Weiße, deswegen heißt es auch „Rosenkriege“. Wie alle Konflikte, hat auch dieser eine Vorgeschichte. König Eduard III. hat viele Erben, als er 1377 stirbt.
Sein erster Nachfolger, Richard II. (1377-1399) wird von seinem Cousin Heinrich IV. (1399-1413) vom Thron gestoßen. Der ist der Sohn von John, dem Duke of Lancaster und der gilt als Begründer der Lancaster-Linie. Ihm folgen Heinrich V. (1413-1422) und Heinrich VI. (1422-1461 & 1470-1471).
Dann wendet sich das Blatt und das Haus York erringt in Form von Edward IV. (1461-1470 & 1471-1483) den Thron. Dessen Sohn Edward V. (1483) folgt ihm für einen Wimpernschlag als König, wird aber von seinem Onkel Richard III. (1483-1485) übergangen, der 1483 gekrönt wird. Was aus Eduard V. und seinem Bruder Richard geworden ist, weiß bis heute niemand. Letzter männlicher Erbe aus der Lancaster-Linie ist Heinrich VII.. Er besiegt 1485 Richard III., wodurch das Haus York keinen männlichen Erben mehr hat.
Mit seiner Hochzeit mit Elisabeth of York, einer Tochter von Edward IV., sind die Rosenkriege endgültig vorbei. Heinrich VII. Ist der Stammvater einer neuen Dynastie- die der Tudors - die 118 Jahre lang über England herrschen werden.
