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Richard II.

Richard II. © Archiv des Erzbistums München und Freising
Richard II. © Archiv des Erzbistums München und Freising

Richard (Haus Plantagenet) wird als zweiter Sohn von Edward of Woodstock am 6. Januar 1367 geboren. Edward, auch der schwarze Prinz genannt, ist der älteste Sohn von König Edward III. Richards älterer Bruder stirbt schon als Kind, wodurch Richard in der Erbfolge nach oben steigt.

Als 1377 König Edward III. stirbt, soll Richard ihm auf den Thron folgen, denn dessen Vater Edward of Woodstock war bereits 1367 gestorben. Diese Erbfolge gilt als umstritten, da Edward of Woodstock nie selbst König gewesen ist. Unklar war, ob nicht Edwards Bruder den Thron hätte besteigen sollen. Da Edward III. aber verfügt hatte, das Richard seine Nachfolge antreten soll, wird Richard II., noch minderjährig, am 16. Juli 1377 zum König gekrönt. Trotz seiner Jungend, wird ihm kein Regent zugeteilt.

Seine Herrschaft ist geprägt von teils kämpferischen Auseinandersetzungen mit dem Parlament, Aufständen und dem 100-jährigen Krieg gegen Frankreich. Der Konflikt mit dem Parlament gipfelt 1397 in der sogenannten „Tyrannei Richards II..“ Was war passiert? Richards Regierungsstab und dessen Entscheidungen stoßen beim Parlament auf Widerstand. Es formt sich eine Opposition- die „Lord Appellants“ die dem König seine Macht entreissen will.

Einer der Oppositionellen ist Richards Cousin Henry Bolingbroke, der spätere König Henry IV. Das Parlament hatte den König 1388 nicht nur für ein paar Tage absetzt, sondern einige von Richards Beratern zum Tode verurteilt. Der erholt sich in den darauffolgenden Jahren, gewinnt wieder an Einfluss und sinnt auf Rache an den Lord Appellants. Seinen Cousin Henry Bolingbroke verbannt Richard auf Lebenszeit, andere müssen Geldstrafen bezahlen oder werden auch verbannt. Richards Rückhalt im Adel schwindet. Als er sich zu einem Feldzug nach Irland aufmacht, fällt Henry Bolingbroke mit einem Heer in Yorkshire ein. Richard kehrt aus Irland zurück- aber seine Truppen laufen schon in Wales in großen Teilen zu Henry über. Der gibt Richard II. die Garantie ihn am Leben zu lassen und so ergibt sich der König am 19. August 1399.

Er kommt in den Tower of London und wird dort vermutlich dazu gezwungen, zu Gunsten von Henry IV. abzudanken. Richard wird nach Yorkshire auf Schloss Pontefract Castle gebracht. 1400 stirbt er dort, wie genau ist unklar. Ob er verhungert ist, oder ob Henry den Auftrag gab, ihn töten zu lassen ist nicht belegt. Fakt ist nur, dass der nächste König,Henry V., 1413 dafür gesorgt hat, dass der Leichnam von Richard II. in der Westminster Abbey bestattet wird.

Ruine Pontefract Castle © Adobe Stock