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Formierung RAF

Studentendemo München 1967 © Bayerische Staatsbibliothek
Studentendemo München 1967 © Bayerische Staatsbibliothek

Herbst 1977: Eine Welle der Gewalt rollt über die Bundesrepublik Deutschland (BRD) hinweg: Anschläge, Entführungen, versuchte Attentate- es ist der brutale Höhepunkt des Terrors der Roten-Armee-Fraktion, kurz RAF.

Ihren Ursprung hat die linksextremistische Terrorvereinigung in der westdeutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre. Die protestiert anfangs gewaltfrei gegen den Staat, veraltete Konventionen und den Kapitalismus. Zwei Ereignisse sorgen jedoch für einen Kurswechsel innerhalb der Bewegung:

1967 wird der Student Benno Ohnesorg durch den Schuss eines Polizisten getötet. 1968 verübt ein Rechtsextremist ein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke. Nicht wenige Studenten radikalisieren sich, unter anderem Andreas Baader.

Gewalt gegen Sachgegenstände wird als legitim erachtet. Also führt die radikalisierte Studentenbewegung unter anderem Brandanschläge gegen Kaufhäuser durch. Andreas Baader wird als Täter entlarvt und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. In dieser Phase lernt er die Journalistin Ulrike Meinhof und den Rechtsanwalt Horst Mahler kennen, spätere Gründungsmitglieder der RAF. Meinhof berichtet über den Prozess und Mahler vertritt Baader vor Gericht.

1970 wird Andreas Baader unter Anwendung von Gewalt aus dem Zuchthaus befreit. Dieser Akt gilt als Geburtsstunde der RAF, die sich nie formell gegründet hat. Am Anfang wird die Terrororganisation Baader-Meinhof-Bande, oder Baader-Meinhof-Gruppe genannt. Erst seit Mitte der 1970er Jahre, wird sie als RAF bezeichnet.

Die RAF sieht sich in der Tradition südamerikanischer Stadt-Guerillas. Ihr Symbol ist ein Maschinengewehr vor einem roten Stern. 1971 veröffentlicht die RAF ihre erste Programmschrift „Das Konzept Stadtguerilla“ und beschreibt darin ihre Ideologie. Federführend sind dabei unter anderem Ulrike Meinhof und Horst Mahler. Die RAF ruft zum Klassenkampf gegen den Imperialismus und den Kapitalismus auf und wählt einen Weg der Gewalt.

Bis zu ihrer Auflösung 1998 werden die Linksterroristen 33 Morde verüben. Im Zuge der RAF-Attentate, werden über 200 Menschen verletzt.

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Symbol RAF © Bayerische Staatsbibliothek