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Münchner Bierkrawalle

Symbolbild Wirtshausprügelei © Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
Symbolbild Wirtshausprügelei © Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

München, Nürnberg Würzburg - Bayern ist Mitte des 19. Jahrhunderts in Aufruhr. „Die Arbeiter zerstörten alles was ihnen in die Hände fiel,“ schreibt ein junger Friedrich Engels in der britischen Wochenzeitung „The Northern Star“ in einem Artikel vom 25. Mai 1844 über das, was gerade in München passiert.

Engels ist damals 23 Jahre jung und noch nicht der kommunistische Vordenker, als den wir ihn heute kennen.

"Die Arbeiter versammelten sich in großen Massen, marschierten durch die Straßen, überfielen die Gaststätten, schlugen die Fenster ein, zerschmetterten die Möbel und zerstörten alles, was ihnen in die Hände fiel, um sich für den erhöhten Preis ihres Lieblingsgetränks zu rächen.“

Da liefert Engels auch schon den Grund für die Ausschreitungen in München: König Ludwig I. beschließt, den Preis für die Maß Bier ab dem 1. Mai 1844 zu erhöhen. Die soll ab da sechseinhalb Kreuzer kosten- ganz schön teuer wenn man bedenkt, dass ein Arbeiter zu der Zeit zwischen 30 und 45 Kreuzer verdient. Miete, Essen, Kleidung - all das muss von dem mickrigen Lohn bezahlt werden.

Wer jetzt denkt, „Bier ist ja wohl ein Luxusartikel, den kann man ja weglassen“, der muss verstehen, dass das damals anders einzuordnen ist. Bier gilt als Grundnahrungsmittel. Damals ist das nicht nur im Spaß dahin gesagt, wie heute. Bier gilt tatsächlich als flüssiges Brot: es ist weniger stark und im Vergleich zu Trinkwasser gesund. Durch den Brauprozess werden Keime abgetötet, die man sonst zu der Zeit im Wasser findet.

Entsprechend groß ist die Wut in der Bevölkerung, die sich mit dem Tag der Preiserhöhung entlädt. Vier Tage dauern die Krawalle in München. Polizei und Militär sind zwar präsent, greifen aber kaum ein. Am 5. Mai 1844 rudert König Ludwig I. zurück und senkt den Bierpreis wieder.

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Hofbräuhaus © Münchner Stadtmuseum