Die 30-jährige Regierungszeit von Kaiser Wilhelm II., zwischen 1888-1918, wird Wilhelminische Ära genannt. Sie beginnt grob mit der Entlassung von Otto von Bismarck als Reichskanzler. Die Ära heißt nicht so, weil Wilhelm ein besonderes Gesellschaftskonzept gehabt hätte. Eher beschreibt sie seine Selbstüberschätzung - angefangen bei seinem Erscheinungsbild, seinem Faible für die Marine, bishin zu seinem großspurigen, undiplomatischen Auftreten. Nichts davon war hilfreich, bei der größten sich anbahnenden Krise der Zeit: Dem Ersten Weltkrieg.