
Schwiegervater zum Verkauf!
Margarethe von Brandenburg (1413?-1465) war die Tochter von Kurfürst Friedrich I. und Elisabeth von Bayern-Landshut. Frühe Pläne sahen Herzog Wartislaw von Pommern-Wolgast als Ehemann vor. Nach dessen Tod wurde sie als Neunjährige mit Herzog Albrecht V. von Mecklenburg-Schwerin verheiratet, der jedoch vor Vollzug der Ehe ebenfalls starb.
Ihre Ehe mit Ludwig VIII. von Bayern-Ingolstadt 1439 funktionierte schließlich: Die Verbindung sicherte das Bündnis ihres Gemahls mit ihrem Bruder Albrecht Achilles. Aber: sie wurde so auch in einen Vater-Sohn-Konflikt verwickelt.
Ihr Mann setzte seinen eigenen Vater in Neuburg a.d. Donau fest. Nach seinem plötzlichen Tod 1445 übernahm Margarethe den inhaftierten Schwiegervater und übergab ihn nach längerem Hin und Her dem Landshuter Herzog.
Dafür hatte sie viel Geld für sich herausgeschlagen, was es ihr ermöglichte, sich auf ihren Witwensitz Friedberg zurückzuziehen und eigenmächtig ihren Hofmeister Martin von Waldenfels zu heiraten, obwohl der unter ihrem Stand war.
Die Konsequenzen: kein Kontakt mehr zur Herkunftsfamilie und üble Charakterisierungen in der Geschichtsschreibung, nicht zuletzt bezogen auf ihr Äußeres – ein typisches Schicksal für Frauen, die nicht den Rollenerwartungen entsprachen.
