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Karl II. Spanien © Archiv des Erzbistums München und Freising

Ein Thron, kein Erbe, dafür viele Machtansprüche. Dieses Dilemma führt zwischen 1701-1714 zum spanischen Erbfolgekrieg. Habsburg und Bourbon sind zwei bedeutende europäische Adelshäuser. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kämpfen beide um die Nachfolge Karls II.. Der war König von Spanien und all seinen Kolonien in Übersee und hinterließ bei seinem Tod 1700 keinen legitimen Nachfolger.

Eigentlich war Joseph Ferdinand von Bayern, der Sohn des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel., als Erbprinz für den spanischen Thron vorgesehen. Karl II. hoffte, mit dieser Wahl ein Gleichgewicht zwischen den Großmächten Frankreich und Österreich wahren zu können. Doch Joseph Ferdinand stirbt 1699 überraschend, im Alter von nur 6 Jahren. Sein Tod, gilt als Auslöser des spanischen Erbfolgekrieges.

In Frankreich regiert zu dieser Zeit der Sonnenkönig Ludwig XIV. und der will, dass sein Enkel Phillip V. König von Spanien wird. Das war nicht im Interesse anderer europäischer Länder, da die Sorge hatten, dass die ohnehin schon große Macht Frankreichs dadurch weiter wachsen würde. Ludwig XIV. aus dem Haus Bourbon verbündet sich mit den Kurfürsten aus Bayern und Köln (ein Brüderpaar) und mit dem Haus Savoyen, um seine Pläne durchzusetzen.

Auf der Gegenseite steht der Habsburger Leopold I., der ein Bündnis mit England und den Niederlanden geschlossen hat. Im Verlauf des Konfliktes, verändern sich auch mal die Allianzen. Gekämpft wird in unterschiedlichen Regionen Europas, bis es im Frieden von Rastatt und Baden am 7. März 1714 zu folgender Einigung kommt:

Philipp V. wird, wie es sich sein Großvater Ludwig XIV. gewünscht hatte, König von Spanien und bekommt die Überseekolonien zugesprochen. Seine Macht in Europa ist nur noch auf die Iberische Halbinsel beschränkt. Die Spanischen Niederlande, das Königreich Neapel und Sizilien, Mailand, Manta und Sardinien gehen in den Herrschaftsbereich der Habsburger über.

Schon im Jahr 1704 hatte England, Gibraltar erobert und behält es auch nach dem Konflikt. War Spanien vor dem Krieg eine Seemacht, verliert es danach an Bedeutung. England dagegen, kann seine Macht auf See ausbauen und geht als wahrer Gewinner aus dem spanischen Erbfolgekriege hervor.

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