
Eheprojekte im Hochadel waren strategische Bündnisse – teils für ungeborene Kinder geplant, ohne Rücksicht auf Zuneigung.
Die Hochzeiten selbst waren dann DIE Gelegenheit für Fürstenhäuser sich und ihr Netzwerk zu präsentieren. Nicht die Brautleute, sondern die Fürsten bildeten den Mittelpunkt. Mit 3.000-6.000 Gästen übertrafen sie manchen Hoftag. Die Bedeutung einer Hochzeit war wesentlich von der Zahl der anwesenden Damen abhängig.
Denn es waren die Frauen mit ihrem weiblichen Gefolge, die den Glanz eines Hofes ausmachten und die Verbindung zwischen Herkunfts- und Ehefamilie schufen.
Zur Sicherung von Grenzen, der Stabilisierung oder dem Ausbau der eigenen Herrschaft wurden Konflikte ausgetragen und Bündnisse geschlossen.
Oft besiegelten und stärkten im Spätmittelalter Ehen solche Verbindungen. Auch auf verschiedensten Ebenen politisch oder dynastisch relevanter Wirksamkeit agierten die Frauen – als handelnde Regentinnen und vielfältige Netzwerkerinnen. Aber nicht immer ließen sich Probleme so lösen und es kam dennoch zu Konkurrenzen, Konflikten und Kriegen.
