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Kaiser Wilhelm I.

Wilhelm I. © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek
Wilhelm I. © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek

„Seine kaiserliche und königlicher Majestät, Kaiser Wilhelm, lebe hoch!“ - Mit diesem Satz veränderte sich die Geschichte Deutschlands.

Wilhelm, der König von Preußen, wird am 18. Januar 1871 in Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen. Ursprünglich war Wilhelm von dieser Idee nicht begeistert. Während der Märzrevolution 1848 - damals noch als Kronprinz - unterstützte er ein gewaltsames Vorgehen gegen die Aufständischen. Die revolutionären Bürger wollten schon damals einen deutschen Nationalstaat schaffen. Eine Kaiserkrone durch „Volkes Gnaden“ lehnte der Kronprinz aber ab.

1861 folgte Wilhelm seinem kinderlos verstorbenem Bruder auf den preußischen Thron. Nur ein Jahr später setzte er Otto von Bismarck als Ministerpräsidenten ein. Zusammen bildeten sie ein Duo, das in die Geschichte einging. Gemeinsam führten sie Kriege, erst gegen Dänemark, dann gegen Österreich und andere Staaten, wie z.B. Bayern. Zuletzt, 1870/71, wurde Krieg gegen Frankreich geführt. Das Ergebnis: die zuvor teils souveränen Staaten des Deutschen Bundes vereinten sich zu einem geschlossenen Nationalstaat. Das Deutsche Kaiserreich war geboren.

Diesmal erhielt Wilhelm die Kaiserwürde aber nicht auf Bestreben des Volkes, sondern auf „Wunsch der deutschen Fürsten“. Otto von Bismarck hatte alles daran gesetzt, dass die deutschen Fürsten Wilhelm die Krone antrugen. Das gefiel diesem und so nahm er die Krone an. 17 Jahre regierte er als Kaiser Wilhelm I. das Deutsche Reich. Seine Politik war konservativ. Er liebte das Militär, befürwortete ein hartes Vorgehen gegen Arbeiterparteien und betrachtete das gewählte Parlament stets kritisch.

Im März 1888 starb er kurz vor seinem 91. Geburtstag. Bis zu 300.000 Menschen sollen beim Trauerzug Abschied genommen haben.

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Wilhelm I. © Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek