
Kaiser Rudolf II. aus dem Haus Habsburg ist nicht nur Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, sondern auch Herrscher über Österreich, Ungarn und Böhmen. Im Jahr 1608, steckt Rudolf in der Zwickmühle.
Sein Bruder Matthias macht ihm den böhmischen Thron streitig. Gleichzeit drängen böhmische Protestanten den Kaiser auf freie Glaubensausübung. Weil Rudolf in dieser Situation die Unterstützung Böhmens, unterschreibt er 1609 zwei Majestätsbriefe- einmal einen für Böhmen, einen für das benachbarte Schlesien. Diese Urkunden gestatten den Protestanten im jeweiligen Land das Recht auf freie Ausübung ihrer Religion, das Recht zur Bildung einer protestantischen Kirchenorganisation und den Bau von Kirchen. In den Folgejahren, kommt es in Böhmen immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken.
Rudolf stirbt 1612. Ihm folgt sein Bruder Matthias auf den Thron, dem der Majestätsbrief ein Dorn im Auge ist. Er entlässt viele protestantische Hofangestellte und ersetzt sie durch Katholiken. Matthias’ Nachfolger Ferdinand II., der 1617 zum böhmischen König gewählt wird, ergreift endgültig Maßnahmen zur Rekatholisierung.
Die Schließung einer protestantischen Kirche in Böhmen bringt das Fass zum Überlaufen - es kommt zum böhmischen Aufstand. Wütende Vertreter der Protestanten marschieren zur Prager Burg und werfen zwei Statthalter Ferdinands aus dem Fenster. Die überleben den Sturz. Doch das Ereignis löst in Folge den Dreißigjährigen Krieg aus.