Skip to main content

Biedermeier. Vormärz

Zeichnung von Metternich

Metternich - na? Prickelts da bei Dir? Das bekannte Getränk - Vorsicht! Alkohol ab 16 Jahren ;) - ist benannt nach dem österreichischen Außenminister Klemens von Metternich. Der wittert 1815 beim Wiener Kongress die Chance, die 'alten' Verhältnisse, also die vor der französischen Revolution wiederherzustellen. Diesen Ansatz nennt man 'Restauration'. Metternich findet Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Verfassungen und nicht-adlige Menschen in Führungspositionen eher unerfreulich. Er ist überzeugt vom monarchischen Prinzip und ein richtig guter Stratege: Er ist entscheidend an der Schaffung eines stabilen, friedenssichernden Gleichgewichts der fünf Großmächte Frankreich, Großbritannien, Österreich, Preußen und Russland beteiligt. Das Volk findet die Beschlüsse skandalös. Die Restauration kommt also nicht ohne konfliktreiche Folgen daher …

Mehr Inhalte in bavarikon und HLB:

Zeichnungen von Sand und Kotzebue

Ein Schriftsteller und ein Theologiestudent als Auslöser für deutschlandweite Einschränkungen? Das ist die Geschichte von der Ermordung des August von Kotzebue. Der Autor und russische Botschafter wird am 23. März 1819 vom Jenaer Studenten und Burschenschafter Karl Ludwig Sand in Mannheim erstochen. Der Grund: Kotzebue veröffentlicht Artikel gegen die liberalen Gedanken des Bürgertums. Dieser Mord löst bei der adeligen Elite eine Welle der Angst vor der Revolution aus. Die Folgen: Einschränkung der Pressefreiheit, Überwachung der Universitäten und Professoren, die Schließung von Turnplätzen und das Verbot liberaler Burschenschaften. Das sind die sogenannten Karlsbader Beschlüsse, ein Papier mit Zensurmaßnahmen. Trotz heftiger Proteste und Ausschreitungen bleiben sie bis zur Deutschen Revolution 1848 bestehen. 

Mehr Inhalte in HLB und bavarikon:

Zeichnungen von Karl X. und Menschen auf Barrikaden

Absolutismus im 19. Jahrhundert? Nicht mit dem französischen Bürgertum! Der Bourbonen-König Karl X. treibt die Restauration im Eiltempo voran. Mit gleich vier Verordnungen löst er am 26. Juli 1830 die Abgeordnetenkammer auf, erhöht den Wahlzensus und schränkt die Pressefreiheit ein. Ein Tiefschlag für das liberale Bürgertum. Es kommt zum Aufstand. Vom 27. Juli bis 29. Juli herrscht in Frankreich eine Art Bürgerkrieg. Immer mehr Menschen schließen sich den Aufständischen an. Karl X. bekommt sogar Ärger mit seiner Truppe: Einige Militärs schließen sich den Aufständischen an oder desertieren. Der König verliert und muss abdanken. Das Parlament ernennt im Anschluss den Herzog von Orléans, Louis Philippe, zum König. Er wird auch vom liberalen Bürgertum unterstützt.

Mehr Inhalte in bavarikon:

Zeichnung einer bürgerlichen Revolte

... steht für die politischen Strömungen des Liberalismus, Nationalismus und Sozialismus in Europa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Menschen haben es satt, sich von oben herumkommandieren zu lassen. Sie wollen endlich Grundrechte, wie sie z.B. schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung gefordert wurden. Für uns heute selbstverständlich, damals noch etwas, wofür man kämpfen musste. Der Plan: Mehr politische Teilhabe und eine demokratische Ordnung schaffen. Ein langer Konflikt entsteht. Der Vormärz beginnt mit der Julirevolution 1830 in Frankreich und endet mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848. Die Unruhen sind direkte Folgen des Wiener Kongresses von 1815, als die Hoffnungen auf einen deutschen Nationalstaat enttäuscht wurden und stattdessen ein lockerer Staatenbund geschaffen wurde, der sogenannte Deutsche Bund.

Mehr Infos im LPB:

Zeichnung des Hambacher Festes

Mega-Event würde man heute das Hambacher Fest nennen. Lange gilt es als größte, politische Veranstaltung der deutschen Geschichte. Etwa 30.000 Studenten, Professoren, Handwerker und Bürger versammeln sich vom 27. bis 30. Mai 1832 zu einem Fest der Freiheit. Der Ort: Das Hambacher Schloss in der Pfalz, damals noch ein Teil Bayerns. Die Teilnehmer fordern die Beseitigung der Fürstenherrschaft und das Recht auf freie Meinungsäußerung und einen deutschen Nationalstaat. Nicht nur Deutsche sind am Start, sondern auch Engländer, Franzosen und vor allem Polen.

So wird das Hambacher Fest zu einem europäischen Friedensfest. Die Fürsten reagierten verärgert. Die bayerische Armee schickt 8.500 Mann zum Hambacher Schloss, um die Versammlung aufzulösen. Auch wenn der Deutsche Bund politische Vereine verboten hat, zeigt das Hambacher Fest: Das liberale Bürgertum wehrt sich gegen die veraltete Fürstenherrschaft. 

Mehr Inhalte in HLB und bavarikon:

Zeichnung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche

Die Menschen sind immer noch sauer wegen der Restauration! 1848 führt das zu europaweiten Revolutionen, jeden Monat ein anderes Land. Den Auftakt macht im Januar Italien, Frankreich legt im Februar nach und im März steigt auch Deutschland ins Revolutions-Business ein. Nach zwei hart umkämpften Monaten schaffen es die Revolutionäre am 18. Mai, in der Frankfurter Paulskirche ein Parlament einzusetzen, das ein demokratisches Reich aufbauen soll. 

Als Teilerfolg gilt die Abschaffung der Pressezensur. Leider währt das Glück nicht lange. Nur ein Jahr später schlagen Preußen und Österreich die Revolution nieder. Aus der Traum von Demokratie. Ein bekannter Volksvertreter ist Robert Blum, der für seine Ideale 1848 erschossen wird.

Mehr Inhalte in bavarikon:

Zeichnung der Frankfurter Paulskirche

Freiheits- und Grundrechte, geheime und allgemeine Wahlen, Gewaltenteilung und nationale Einigung. All das sind politische Ideen, die sich bis heute bei uns in Deutschland wiederfinden. Das erste Mal eingeführt wurden sie in der Nationalversammlung nach der Revolution 1848 in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Was damals noch als neu und innovativ galt, ist inzwischen das Fundament unserer Demokratie in Deutschland. Die Ideen sind die Grundlage für die Verfassung der Weimarer Republik 1918 und des Grundgesetzes  der Deutschen Bundesrepublik 1949. Die Revolution ist zwar fehlgeschlagen, aber die Träume der Revolutionäre haben sich inzwischen erfüllt und leben bis heute in unseren Grundwerten weiter.

Mehr Inhalte in HLB, bavarikon und bei uns: